Prinz Harrys Afghanistan-Einsatz: Rückzug von der Rambo-Rhetorik

Prinz Harry: Schluss mit Rambo-Rhetorik Fotos
AFP

Mit seinem Vergleich von realem Krieg und Videospielen tappte Prinz Harry mal wieder ins Fettnäpfchen: Nach heftiger Kritik bemüht er sich nun um Schadensbegrenzung - und schlägt nach der Rückkehr aus Afghanistan deutlich moderatere Töne an.

London - Prinz Harry zeigte sich äußerst bemüht, seine Äußerungen über den Afghanistan-Einsatz abzumildern. Nach knapp fünf Monaten ist er wieder zurück in der Heimat - und dort stößt seine Rambo-Rhetorik auf heftige Kritik. In den ersten Interviews auf britischem Boden seit mehr als 20 Wochen versuchte der 28-Jährige dann auch, deutlich diplomatischere Antworten zu geben.

Nach seiner Landung auf einem Luftwaffenstützpunkt in England am Mittwoch weigerte er sich laut "Telegraph", einen direkten Hinweis auf seine Beteiligung an Tötungen zu geben. Seine Aufgabe beschrieb Harry demnach als "Unterstützung der afghanischen Bevölkerung". Man werde dabei zu Dingen aufgefordert, die erwartbar seien, wenn man diese Uniform trage, antwortete er ausweichend.

Diese Zurückhaltung dürfte eine Reaktion auf seine früheren Äußerungen sein, die für großen Wirbel gesorgt hatten. Er sei ein guter Schütze, weil er gerne Computerspiele spiele, hatte der Enkel von Queen Elizabeth II. in einem Interview des Senders BBC gesagt, das in Afghanistan aufgezeichnet worden war: "Es ist ein großer Spaß für mich, weil ich zu den Leuten gehöre, die gerne Playstation und Xbox spielen. Deshalb glaube ich, dass ich einen recht brauchbaren Daumen habe."

Die britische Friedensorganisation Stop-the-War-Coalition nannte die Kommentare des Prinzen "krass". Er könne überhaupt nicht wissen, ob er nicht auch unschuldige Zivilisten getötet habe. Auch bei der Nato stießen die Worte Harrys auf Kritik. "Er mag das im Spaß gesagt haben, aber der Eindruck ist verheerend", sagte ein Bundeswehroffizier in Kabul. Ein britischer Offizier im Nato-Hauptquartier in Kabul erklärte, es sei "problematisch", den Krieg in Afghanistan in irgendeiner Form mit Computerspielen zu vergleichen.

Die Taliban hatten am Dienstag mit Spott auf die Interviews der Nummer drei in der britischen Thronfolge reagiert. "Prinz Harry ist ein jämmerlicher Feigling. Kein anständiger Krieger mit ein bisschen Ehre im Leib würde so prahlen", sagte ein afghanischer Taliban-Sprecher SPIEGEL ONLINE am Telefon.

Harry selbst hatte gesagt: "Wenn da Leute sind, die unseren Jungs etwas Böses wollen, dann nehmen wir sie aus dem Spiel." Es sei darum gegangen, "ein Leben zu nehmen, um eines zu retten". Auf die Frage der Nachrichtenagentur Press Association, ob er als Bordschütze auch getötet habe, sagte er: "Ja, so wie viele andere auch." Wer versucht habe, seinen Kameraden etwas anzutun, sei "ausgeschaltet worden".

Nach der Rückkehr bezeichnete Harry seinen Dienst in Afghanistan als "Job". Die Erfolge der Alliierten am Hindukusch nannte Harry "phantastisch". Die Situation habe sich stark verbessert. "Das klingt jetzt wie ein typisches Interview des Verteidigungsministeriums oder der Armee, aber es stimmt", sagte der Prinz.

Die nächsten Wochen hat Harry Urlaub. Was danach kommt, wisse er noch nicht. "Ich nehme an, die Armee weiß es", sagte er. Wenn Zeit ist, würde er sich gerne wieder mehr königlichen Verpflichtungen widmen. "Wohltätigkeitsorganisationen und solche Sachen", sagte Harry.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, Prinz Harry sei bereits 2006 für kurze Zeit in Afghanistan im Einsatz gewesen. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

wit/dpa

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1. Duemmer gehts niemmer
ofelas 24.01.2013
Zitat von sysopMit seinem Vergleich von realem Krieg und Videospielen tappte Prinz Harry mal wieder ins Fettnäpfchen: Nach heftiger Kritik bemüht er sich nun um Schadensbegrenzung - und schlägt nach der Rückkehr aus Afghanistan deutlich moderatere Töne an. Afghanistan-Einsatz: Prinz Harrys Rückzieher - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/leute/afghanistan-einsatz-prinz-harrys-rueckzieher-a-879414.html)
Er hat sich mit den Aeusserungen die dauerhafte Aufmerksamkeit einiger Fanatiker gesichert, denke die werden vor keinem Verlust jetzt halt machen
2. Na dann kommen die wirklichen Feiglinge - die Taliban - mal aus der Deckung
Koda 24.01.2013
Zitat von ofelasEr hat sich mit den Aeusserungen die dauerhafte Aufmerksamkeit einiger Fanatiker gesichert, denke die werden vor keinem Verlust jetzt halt machen
Aber mal ehrlich: Prinz Harry war eingesetzt in einem Apache-Hubschrauber; er sitzt also in seinem Hubschrauber und soll am Boden kämpfende britische Soldaten unterstützen, die ihm dann melden "50 m vor uns links neben dem Haus sitzt ein Schütze" oder sonst wer... was macht dann ein Soldat wie Pr. Harry? Er macht das, wofür er ausgebildet wurde und er tut das in dem Glauben oder zumindest dem Vorsatz, seine Kameraden am Boden zu unterstützen. Und wie er sich darüber äußert? Ich habe mich damals durch Ersatzdienst (10J.)erfolgreich um den Dienst gedrückt, aber ich denke, ich würde gerade gegenüber einem Reporter nichts darüber erzählen, ob ich es geil finde, auf Leute zu schiessen oder ob ich jedesmal die Hosen voll habe, wenn ich das Camp verlassen müsste. Ich denke ich würde gerade das erzählen, wass auch die Kameraden sagen würden und eventuelle Ängste zu überspielen versuchen.
3. Richtschütze Wales
volker_morales 24.01.2013
Richtschütze Wales berichtet ungeschönt von seinem Einsatz und seinen Empfindungen. Jeder der die militärische Funktionsweise kennt, weiß, dass das soldatische Handwerk aus Befehl und Gehorsam besteht, die persönliche geistige Reife ist insoweit nicht von Belang. Eine ganz andere Frage ist, ob das naive Gerede ihn nicht zur Al-Qaida-Zielscheibe macht. Aber wer weiß, möglicherweise strebt die britische Nr.3 auch den Heldentod an.
4. Fuer allerzeit
ofelas 24.01.2013
Zitat von KodaAber mal ehrlich: ....... Ich denke ich würde gerade das erzählen, wass auch die Kameraden sagen würden und eventuelle Ängste zu überspielen versuchen.
Denke er hatte eine einmalige Chance den Mund zu halten versaeumt. Harald ist nun mal eine oeffentliche Person, damit sind nicht nur Angenehmlichkeiten verbunden. Das er wiedermal X km von den Ereignissen sitzt und den Soldaten spielt ist vielleicht gut fuer sein Ego und der Royalisten in GB, aber seine Kameraden werden halt die Wut der Fanatiker ausbaden. Das die Afghanen nicht spassen hat sicherlich der Duemmste verstanden, und jetzt geht ein britischer Prinz dahin, sagt er hat mutig auf den Knopf gedrueckt und Taleban ausgeloescht in einem Land das sich mehrmals gegen die Briten verteidigen musste! So macht man sich mehr Feinde als man schon hat. Harry geht in London ziemlich unbekuemmert in Bars, Clubs, und besucht Sportveranstaltungen. Ein paar SAS Soldaten haben dort als Bodguards fuer Sicherheit gesorgt. Jetzt muss er damit rechnen das jeder Verlust akzeptiert wird, nicht nur bei seinen Feinden (die ohnehin nie zimperlich waren) um ihn zu treffen. Falls ich ihn jeh sehe, mache ich einen riesen Bogen
5. Was für ein Hirni !!
morpholyte 24.01.2013
Zitat von sysopMit seinem Vergleich von realem Krieg und Videospielen tappte Prinz Harry mal wieder ins Fettnäpfchen: Nach heftiger Kritik bemüht er sich nun um Schadensbegrenzung - und schlägt nach der Rückkehr aus Afghanistan deutlich moderatere Töne an.
So oder so ähnlich sieht das "Computerspiel" aus Sicht des Bordschützen aus: Apache Kampfhubschrauber in Action (http://www.youtube.com/watch?v=uvrJzkzaG7E) Naja, der Hellste war ja der Prinz noch nie.
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  • Donnerstag, 24.01.2013 – 13:55 Uhr
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