AKW-Debatte: Roche offeriert Wulff Sex für Atom-Veto

Charlotte Roche ist eine Meisterin der Provokation und erklärte Atomkraftgegnerin - nun macht sie Christian Wulff im SPIEGEL ein unmoralisches Angebot: Sex dafür, dass der Bundespräsident den Atomvertrag nicht unterzeichnet.

Charlotte Roche: Unmoralisches Angebot Fotos
dpa

Hamburg - Charlotte Roche hat Bundespräsident Christian Wulff aufgefordert, die Unterschrift unter das Gesetz zur Verlängerung der AKW-Laufzeiten zu verweigern. Um den Bundespräsidenten dazu zu bewegen, wäre die Bestseller-Autorin ("Feuchtgebiete") und Moderatorin sogar zu körperlichem Einsatz bereit. Ihr pikanter Vorschlag: "Ich würde anbieten, mit ihm ins Bett zu gehen, wenn er es nicht unterschreibt."

Offenbar hat die 32-Jährige den Plan bereits mit ihrem Mann besprochen - und der, so Roche im SPIEGEL, sei damit einverstanden. Nun müsse nur noch "die First Lady zustimmen. Ich habe auch Tattoos".

Roche spielt damit auf den Körperschmuck an, den sich Präsidentengattin Bettina Wulff am rechten Oberarm tätowieren ließ. Auf die Frage, ob das auffällige Tattoo seiner Ehefrau bei offiziellen Auftritten ein Problem sein könne, hatte Wulff einmal selbst erklärt: "Auch wenn es sie verstört: Es ist kein Problem, es ist cool."

Die 37-jährige Bettina Wulff ist die bisher jüngste First Lady Deutschlands. Wulff hatte die frühere Pressesprecherin des Reifenherstellers Continental bei einer Dienstreise nach Südafrika kennengelernt und im März 2008 geheiratet.

Als Kampagne für ihr eigenes Image will Roche ihr Engagement nicht verstanden wissen. "Es ist nicht so, dass aus der Schamlippenexpertin nun die Atom-Protestlerin geworden ist. Das sind alles Bilder, die andere von mir produzieren und mit denen ich nichts zu tun habe."

Roche ist Attac-Mitglied und inzwischen auch in der Anti-Atom-Bewegung aktiv. Von den Globalisierungsgegnern war sie zu den Castor-Demonstrationen ins Wendland eingeladen worden und hatte dort an einer Kundgebung teilgenommen. "Es reicht nicht, einfach nur dagegen zu sein", sagte Roche. "Man muss das auch öffentlich zeigen - und die Leute im Wendland sehen, die betroffen sind."

Der Bundestag hatte kürzlich die Verlängerung der AKW-Laufzeiten um durchschnittlich zwölf Jahre beschlossen, nun muss Wulff das Gesetz unterschreiben - sonst tritt es nicht in Kraft. Die Opposition hofft dabei auf einen Satz aus Wulffs unmittelbarer Umgebung. Der fiel im Mai 2010, als der CDU-Mann noch Ministerpräsident in Hannover war: "Niedersachsen geht davon aus, dass das Gesetz zustimmungspflichtig wird", erklärte damals sein Regierungssprecher mit Blick auf den Bundesrat.

Zum 1. Januar 2011 soll das Gesetz in Kraft treten.

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