Rom - Millionen Deutsche kennen sie als "Alice": Vanessa Hessler ist das Werbegesicht des gleichnamigen Telefonanbieters, meist lächelt sie den Menschen freundlich von Plakaten zu. Über ihr Privatleben hielt sich das 23 Jahre alte Model bislang bedeckt - vielleicht aus gutem Grund.
Denn die Tochter einer Italienerin und eines US-Amerikaners hatte offenbar vier Jahre lang eine Beziehung mit Mutassim Billah al-Gaddafi - jenem Sohn des libyschen Ex-Despoten, der am 20. Oktober nahe Sirt ebenso wie sein Vater getötet wurde. In der italienischen Zeitschrift "Diva e Donna" erzählt Hessler nun erstmals von ihrer Liaison.
"Es war eine leidenschaftliche Liebe, wir waren vier Jahre zusammen", wird das Model zitiert. "Im Moment nerven mich alle und alles, auch Libyen. Ich kann nicht glauben, dass es wahr ist, alles sehr traurig."
Wer ist der Mann, um den Hessler trauert? Mutassim al-Gaddafi, Karrieresoldat und Arzt, war 2007 zum Chef des nationalen Sicherheitsrats berufen worden. Er ist das vierte von insgesamt acht Kindern Gaddafis. Nach dem Vorwurf eines Putschversuchs ging er ins Exil nach Ägypten, doch sein Vater verzieh ihm und ließ ihn nach Libyen zurückkehren. Mutassim galt vor dem Beginn des Aufstands in Libyen als der stärkste Konkurrent seines Bruders Saif al-Islam um die Nachfolge an der Staatsspitze. Er starb im Alter von 34 Jahren.
"Sie sind normale Leute"
"Seit dem Ausbruch der Aufstände hatte ich keinen Kontakt mehr zu ihm", sagt Hessler nun - und setzt zu einer Verteidigung des Despoten-Clans an: "Er und seine Familie sind nicht so, wie sie dargestellt werden, sie sind normale Leute."
Sie gab auch ihre Einschätzung zum Umsturz in dem nordafrikanischen Land zum Besten: "Die Rebellen werden von uns finanziert, von Frankreich und Großbritannien. Die Leute wissen nicht, was sie tun." Die Situation der Bevölkerung sei unter Gaddafi nicht so schlecht gewesen. "Mir kam das Volk weder besonders arm noch besonders fanatisch vor. Man muss nicht alles glauben, was erzählt wird. Aber ich will nicht mehr davon sprechen, es tut mir zu weh."
Sorgen machen ihr vor allem die Schicksale der Überlebenden aus dem Gaddafi-Clan. "Ich denke auch an Aischa, Gaddafis Tochter. Dass man sie und ihre Kinder nicht aus dem Land gelassen hat, war brutal. Ich bin erschüttert von dem, was passiert ist", sagt Hessler. Aischa, die einzige Tochter Gaddafis, soll hochschwanger nach Algerien geflohen sein und auf der Flucht nahe der Grenze ein Kind zur Welt gebracht haben. Bestätigt ist dies aber nicht. Libyens Schicksal, fügt das Model Hessler hinzu, liege ihr sehr am Herzen.
wit/Mitarbeit: Nina Ulrich
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