London - Starb Amy Winehouse tatsächlich an einer Alkoholvergiftung? Die Todesumstände der Popsängerin werden jetzt erneut untersucht. Grund sei die fehlende Qualifikation der ursprünglich mit dem Fall betrauten Gerichtsmedizinerin Suzanne Greenaway, teilte die Verwaltungsbehörde im Londoner Stadtteil Camden mit.
Greenaway war im Oktober 2011 zu dem Ergebnis gekommen, dass Winehouse an einer versehentlichen Alkoholvergiftung gestorben sei. Im darauf folgenden Monat trat Greenaway jedoch zurück, nachdem die Behörden Zweifel an ihrer beruflichen Qualifikation angemeldet hatten. Sie war, wie sich später herausstellte, von ihrem Mann Andrew Reid auf den Posten berufen worden, obwohl sie nicht die laut Gesetz vorgeschriebenen fünf Jahre Berufserfahrung in der Rechtsmedizin hatte. Greenaway war deshalb im November 2011 von ihrem Posten zurückgetreten.
Am 8. Januar werde es in der Gerichtsmedizin des Stadtteils St. Pancras eine erneute Anhörung zu Winehouses Tod geben, sagte ein Behördensprecher. Die Künstlerin, die jahrelang gegen ihre Drogen- und Alkoholsucht gekämpft hatte, war am 23. Juli 2011 tot in ihrer Wohnung aufgefunden worden.
Ein Sprecher von Winehouses Familie sagte, die Angehörigen erwarteten keine neuen Ergebnisse. Die Familie sei mit der ersten Obduktion zufrieden gewesen. Die gerichtsmedizinische Untersuchung hatte ergeben, dass Winehouse zum Todeszeitpunkt einen Alkoholpegel von über vier Promille aufwies. Demnach hatte die Sängerin nach drei Wochen Alkoholentzug einen schweren Rückfall erlitten und war daran gestorben.
ala/dapd/AP
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