Alyssa Milano zum Fall Argento "Menschen, die missbraucht wurden, können auch zu Tätern werden"

Mit einem Tweet zum Skandal um Harvey Weinstein stieß Alyssa Milano die #MeToo-Debatte an. Nun hat sich die Schauspielerin zum Fall von Asia Argento und Jimmy Bennett geäußert.

AP

Nach den Missbrauchsvorwürfen von Schauspieler Jimmy Bennett gegen Kollegin Asia Argento hat sich Alyssa Milano zu dem Fall geäußert. Die 45-jährige Schauspielerin hatte mit ihrem Tweet zum Skandal um Harvey Weinstein die #MeToo-Debatte angestoßen und diese wie Argento in den vergangenen Monaten unterstützt.

"Menschen, die missbraucht wurden, können auch zu Tätern werden", sagte Milano in der Fernsehsendung "Good Morning America". "Und das ist eine traurige Tatsache."

Sie habe Argento weder getroffen noch habe sie ihre Stimme als führend in der Bewegung wahrgenommen, sagte Milano dem TV-Sender ABC News. Argento spiele eine Rolle, weil sie ihre Geschichte öffentlich gemacht habe. "Aber es gibt viele Geschichte wie die von Asia."

Milano sorgt sich nach dem Fall Argento nach eigener Aussage nicht um die Bewegung. Für sie erfülle sie immer noch ihren Zweck: Probleme zu erkennen und zu diskutieren. #MeToo sei "immer noch stark und am wachsen". Die Tatsache, dass Menschen weiterhin andere für ihre Taten - ob es nun männliche oder weibliche Täter seien - zur Verantwortung ziehen, sei für sie ein Zeichen, das die Bewegung funktioniere und vorankomme.

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Die "New York Times " hatte vor einigen Tagen berichtet, Argento soll Bennett in Kalifornien missbraucht haben, als er 17 und sie 37 Jahre alt war. Sexuelle Handlungen mit unter 18-Jährigen sind in dem US-Bundesstaat strafbar. Bennett habe Jahre später 3,5 Millionen Dollar von Argento gefordert, in diesem Frühjahr hätten sie sich außergerichtlich auf eine Zahlung von 380.000 Dollar geeinigt. Dies gehe aus zahlreichen Dokumenten hervor.

Argento wehrt sich gegen die Vorwürfe. Sie sei "zutiefst schockiert" über die "absolut falschen" Nachrichten und sprach von "Verfolgung".

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Wenig später brach auch Bennett sein Schweigen. "Ich habe mich zunächst nicht zu meiner Geschichte geäußert, weil ich mich entschieden hatte, das mit der Person, die mir Unrecht getan hat, privat zu bewältigen", teilte der 22-Jährige in einem von seinem Anwalt veröffentlichten Statement mit.

Doch dann habe Argento Ex-Hollywoodmogul Harvey Weinstein der Vergewaltigung beschuldigt - und sein eigenes Trauma sei wieder aufgekommen. "Ich möchte dieses Ereignis meines Lebens hinter mir lassen, und heute habe ich beschlossen, nach vorne zu blicken - nicht länger in Stille", so Bennett.

sen/dpa



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