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Frischvermählte Staranwältin: Gestatten, Mrs Clooney

Amal Alamuddin Clooney: Eine Frage des Namens Fotos
REUTERS

Ein Name wird zum Politikum: Nach der Heirat mit George Clooney hat Amal Alamuddin den Namen ihres Gatten angenommen. Wie konnte sie nur, monieren nun Kritiker. Unterstützer halten entgegen: Wer will denn nicht Clooney heißen?

London - Die Sause ist vorbei, die prominenten Gäste sind wieder abgereist, die Aufregung über das Brautkleid ist abgeklungen - nun sind Amal Alamuddin und George Clooney Eheleute. Wobei man nun korrekterweise sagen müsste: Amal Clooney, wie auf der Website ihrer Anwaltskanzlei nachzulesen ist. Offiziell lautet ihr voller Name zwar Amal Alamuddin Clooney, aber für berufliche Zwecke wählt sie die Kurzversion.

Solche Namensänderungen geschehen jeden Tag zigtausendfach. Aber weil bei den Clooneys die Frau eine erfolgreiche Staranwältin ist und der Mann ein Hollywoodstar, ist die Namensfrage in diesem Fall ein wenig größer als bei den Meiers oder Smiths von nebenan.

Kaum eine andere Frage bringe Feministinnen so in Wallung, schreibt der "Guardian". Es sei vorauszusehen gewesen, dass alle deswegen aus dem Häuschen seien.

Tatsächlich gehen die Meinungen auseinander. "Ist es falsch von mir, enttäuscht zu sein?", fragt eine Kolumnistin von "Daily Life" aus Australien. Der Name einer gefeierten Anwältin wirke sich doch überhaupt nicht auf das eigene Leben aus. "Aber trotzdem, ich bin enttäuscht. Und etwas perplex." Wieso solle jemand, der so erfolgreich ist wie Amal Alamuddin, den Namen des neuen Mannes annehmen?

Auf "Elle.com" heißt es, erst sei Amal die Rolle der starken, feministischen Frau zugewiesen worden - toller Job, Single bis 36. Das sei nun vorbei. Der neuen Frau Clooney werde der Titel entzogen, "als ob Enthusiasmus für Hochzeitstraditionen irgendwie antifeministisch ist". Das sei nicht fair - aber man könne nachvollziehen, dass manche ein bisschen enttäuscht seien.

Amal Clooney überlässt die Diskussion über ihre Namensänderung anderen Leuten. Sie arbeitet derzeit im Auftrag der griechischen Regierung. Die will die sogenannten Elgin Marbles - 2500 Jahre alte Skulpturen und Reliefs - aus dem Britischen Museum wieder nach Griechenland zurückbringen lassen. Thomas Bruce, der siebte Earl of Elgin, hatte die Kunstschütze 1816 nach England bringen lassen.

Die Anwältin sagte, es gehe um eine "Ungerechtigkeit, die schon zu lange besteht". "Ein Reiter hat seinen Kopf in Athen und seinen Körper in London. Der Leib des griechischen Gottes Poseidon wurde zwischen Griechenland und Großbritannien geteilt." Das bedeute, dass niemand die Kunstschätze an dem Ort bewundern könne, aus dem sie stammten.

ulz

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