Amal und George Clooney "Unsere Kinder werden uns fragen, was wir getan haben"

US-Behörden trennen an der Grenze zu Mexiko Kinder illegaler Einwanderer von ihren Eltern. Die Empörung über die Praxis ist groß, zahlreiche Prominente üben scharfe Kritik. Amal und George Clooney gehen einen Schritt weiter.

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Die Proteste gegen die Trennung von Familien durch US-Behörden an der Grenze zu Mexiko bekommen noch mehr prominente Unterstützer: Amal und George Clooney haben mit deutlichen Worten ihre Abscheu über die Politik der Regierung Trump zum Ausdruck gebracht.

"Irgendwann werden uns unsere Kinder fragen: 'Ist es wahr, hat unser Land wirklich Eltern ihre Babys weggenommen und sie in Internierungslager gesteckt'", heißt es in einer Mitteilung des Ehepaares an die Zeitschrift "People". "Und wenn wir bejahen, werden sie fragen, was wir getan haben. Was wir gesagt haben. Wo wir standen." Das Paar hatte im vergangenen Jahr Zwillinge bekommen.

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Familientrennungen: Promis vs. Trump

Man könne nicht die Politik der Regierung Trump ändern, aber dabei helfen, die Opfer dieser Politik zu verteidigen, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Clooney-Stiftung werde 100.000 Dollar an eine Hilfsorganisation spenden. Die Chefin der Organisation, Maria Woltjen, sagte, die Trennung von Eltern und Kindern verletze internationales Recht und grundlegende Prinzipien menschlichen Anstands. Man sei dankbar für die großzügige Unterstützung der Clooneys. Amal Clooney ist Menschenrechtsanwältin.

Seit Tagen herrscht Empörung über die "Null-Toleranz-Politik" der Regierung Trump. US-Grenzwächter an der Grenze zu Mexiko trennen Kinder von ihren Eltern, wenn Familien versuchen, illegal in die USA einzureisen. Die Kinder werden in Heimen oder bei Pflegefamilien untergebracht, die Eltern separat von ihnen inhaftiert. Wann sie sich wiedersehen werden, wissen sie nicht. Mehr als 2000 Kinder sind betroffen, Experten befürchten Traumatisierungen.

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USA: So sieht es in Trumps Kinderlagern aus

Kirchenvertreter in den USA, der Papst und zahlreiche ausländische Spitzenpolitiker haben das scharf kritisiert. Selbst vielen Republikanern, die sonst Donald Trump unterstützen, geht das zu weit. Und zahlreiche Prominente haben sich mit teilweise drastischen Worten gegen die Regierung Trump und Unterstützer der Trennungspolitik gewandt.

"Wir können kein Land sein, das Kinder von ihren Eltern trennt"

Die frühere First Lady Laura Bush sprach sich in der "Washington Post" für ein sofortiges Ende der Maßnahmen aus. Sie seien grausam und unmoralisch. Dem schlossen sich alle weiteren noch lebenden anderen Gattinnen ehemaliger Präsidenten an: Rosalynn Carter, Hillary Clinton und Michelle Obama. Selbst Melania Trump ließ verlauten, Amerika müsse mit Herz regiert werden. "Frau Trump hasst es, zu sehen, wie Kinder von ihrer Familie getrennt werden", sagte ihre Sprecherin Stephanie Grisham.

Schauspielerin Reese Witherspoon twitterte, diese Abscheulichkeit müsse ein Ende haben. Moderatorin Ellen DeGeneres schrieb, ihr sei egal, wo man politisch stehe. "Wir können kein Land sein, das Kinder von ihren Eltern trennt."

Absolut klar hatten sich auch John Legend und seine Frau Chrissy Teigen positioniert. Sie spendeten 288.000 Dollar, um den Opfern der Trennungen zu helfen. Und Legend twitterte an den republikanischen Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, ein "Fuck You".

Offenbar zeigen die Proteste Wirkung: Präsident Donald Trump kündigte an, bald etwas zu unterzeichnen, um die Familientrennung zu stoppen. Wie das konkret aussehen soll, ließ er offen. Das Repräsentantenhaus will zudem über ein mögliches Ende der Familientrennung abstimmen.

ulz

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