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Amy Schumer bei Critics' Choice Award: Problemzone Hollywood

Critics' Choice Awards: Trophäe vor Bauch Fotos
REUTERS

Hollywood-Drehbücher haben nur Platz für einen bestimmten Frauentyp - es sei denn, man schreibt sie selbst: Amy Schumer nutzte ihren Auftritt bei den Critics' Choice Awards für einen Seitenhieb auf die Filmbranche.

Auf eines kann man sich bei Amy Schumer verlassen: Wenn sie einen Preis bekommt, wird die Dankesrede nicht langweilig. "Ich bin Plus-Plus-Size-Schauspielerin Amy Schumer", sagte sie, als sie bei den Critic's Choice Awards den MVP-Award entgegennahm - in US-Sportarten geht der an den "Wertvollsten Spieler" der Saison.

"Danke für diese Auszeichnung, die den Grund bedeckt, warum ich meine Sachen selbst schreiben muss", witzelte Schumer und hielt dabei den Preis an ihren Bauch. Die Botschaft: Wenn eine Schauspielerin nicht Hollywoods Schönheitsideal entspricht, ist sie darauf angewiesen, selbst Drehbücher zu schreiben - weil es sonst keine entsprechenden Rollen gibt.

Schumer ist Drehbuchautorin der erfolgreichen Komödie "Trainwreck", in der sie auch die Hauptrolle spielt. Zwar wurde nicht "Trainwreck" als beste Komödie ausgezeichnet, sondern "The Big Short". Aber Schumer wurde zur besten Comedy-Schauspielerin gewählt - und bekam viel Lob für ihr Outfit (mehr Looks finden Sie hier).

"Trainwreck"-Regisseur Judd Apatow scherzte, die einzige Möglichkeit, Schumer zu den Critics' Choice Awards zu bekommen, sei gewesen, sich extra einen Preis nur für die Schauspielerin auszudenken: den MVP-Award.

Das war ein nicht besonders verklausulierter Kommentar zur Relevanz der Awards, die zwischen Golden Globes und Oscars verliehen werden. Ausgewählt werden die Preisträger von über 250 Filmkritikern aus den USA und Kanada. Die Critics' Choice Awards gelten nach den Golden Globes als Stimmungstest dafür, wer die besten Chancen auf einen Oscar hat.

Deshalb sind die Critics' Choice Awards wichtig genug, dass viele Stars vorbeischauen, selbst wenn sie nicht gewinnen - wie Matt Damon in diesem Jahr. Aber dass man vom Kaliber der Oscars noch entfernt ist, zeigte sich etwa daran, dass Lenoardo DiCaprio seinen Preis als bester Schauspieler für "The Revenant" nicht persönlich entgegennehmen konnte - er ist derzeit in Europa auf PR-Tour. Seine Dankesrede wurde eingespielt.

Als bester Film wurde "Spotlight" ausgezeichnet, beste Schauspielerin wurde Brie Larson für ihre Rolle in "Room". Sylvester Stallone nutzte die Auszeichnung als bester Nebendarsteller für seine Rolle in dem Boxfilm "Creed - Rocky's Legacy", um sich für einen Fauxpas zu entschuldigen. "Bevor ich noch mehr Ärger kriege, möchte ich meinem Regisseur Ryan Coogler danke sagen. Er ist ein Genie. Er hat all dies ermöglicht", sagte Stallone. Er lobte zudem seinen "Creed"-Kollegen Michael B. Jordan als "großes Talent". Bei den Golden Globes hatte Stallone vergessen, Coogler und Jordan zu danken und war dafür heftig kritisiert worden.

ulz/AP/dpa

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