Amy Winehouse' Mutter "Ihr Tod hat mich nicht überrascht"

Weltweit hat ihr Tod die Fans schockiert - überrascht hat er die wenigsten. Selbst die Mutter von Amy Winehouse hatte sich auf ein baldiges Ende ihrer Tochter eingestellt. Über die letzten Stunden der Sängerin sind neue Details aufgetaucht.

REUTERS

London - Die Tragödie kam plötzlich, aber nicht unerwartet: Am Tag vor ihrem Tod soll sich Amy Winehouse unwohl gefühlt haben. Das sagte ihre Mutter der britischen Zeitung "Sunday Mirror". Es sei nur "eine Frage der Zeit" gewesen, dass ihre Tochter sterben würde. "Sie schien zwar weg von den Drogen zu sein", sagte Janis Winehouse. "Überrascht hat mich ihr plötzliches Ende aber nicht."

Die Drogen- und Alkoholsucht ihrer 27-jährigen Tochter Amy hatte in den vergangenen Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Die britische Polizei stufte den Tod der Soul-Sängerin als "ungeklärt" ein und wies Vermutungen zurück, Winehouse sei an einer Überdosis gestorben.

Von den behandelnden Ärzten will die britische Boulevardzeitung "The Sun" nun erfahren haben, dass die Künstlerin sechs Stunden tot in ihrem Bett gelegen habe. Um 10 Uhr morgens habe Winehouse noch mit ihren Sicherheitsleuten gesprochen, gegen vier am Nachmittag fand sie einer ihrer Leibwächter leblos auf. Im ganzen Haus seien keine Drogen gefunden worden und noch am Abend vor ihrem Tod habe Amys Ärztin ihr gesagt, dass alles in Ordnung sei. So schreibt es das Boulevardblatt.

"Sucht ist eine Krankheit"

Der Schauspieler Russell Brand, einst selbst drogensüchtig, forderte in einem langen Nachruf, Abhängigkeit nicht "als Verbrechen oder als romantisch" zu beschreiben, sondern "als eine Krankheit, die Menschen tötet". Die amerikanische Sängerin Carole King, deren Song "Will You Love Me Tomorrow" Winehouse erfolgreich coverte, sagte der BBC, dass sie Winehouse "dankbar für die Aufnahme" sei. "Ich hoffe, dass sie jetzt Frieden gefunden hat, wo auch immer sie ist."

Die Menschen in Winehouses Heimatstadt London trauerten auf bisweilen eigenwillige Art um ihren toten Star. Leere Weingläser und eine Kiste des belgischen Bieres "Stella Artois" standen auf der Straße vor ihrem Haus im Norden Londons. Ein Fan legte ein Dutzend Zigaretten neben die vielen Blumenkränze. Zu ihren Lebzeiten war Winehouse fast nie ohne Zigarette gesehen worden, obwohl sie ein Lungen-Emphysem hatte.

In den ersten sieben Stunden nach dem Tod der Sängerin schaffte es das zweite Studio-Album von Amy Winehouse zurück in die Charts - fünf Jahre nach seinem Erscheinen. Die Verkaufszahlen des Albums nahmen zwischen Freitag und Samstag um das 37fache zu.

jbr/AP



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