Fotoband zu Amy Winehouse "Versuchst du etwa, ewig zu leben?"

Bisher unveröffentlichte Aufnahmen zeigen Amy Winehouse, wie man sie selten sah: glücklich und unbeschwert in der Karibik. Fotograf Blake Wood wollte ganz bewusst die guten, lustigen Momente festhalten.

Blake Wood/ TASCHEN

Für Amy Winehouse ist 2008 das Jahr der Höhenflüge - und der Abstürze. Nur wenige ließ sie in dieser Zeit nah an sich heran, der Fotograf Blake Wood war einer von ihnen. Seine Bilder zeigen Winehouse, wie man die 2011 verstorbene Sängerin selten sah: glücklich und unbeschwert.

Im Februar 2008 erreichte Winehouse ihren künstlerischen Höhepunkt: Fünf Grammys gewann die Sängerin, die sich für die US-Gala per Live-Übertragung aus einem Londoner Club zuschalten ließ. Unter anderem wurde "Rehab" als Lied des Jahres ausgezeichnet, "Back to Black" als bestes Album.

Doch da war auch die andere Winehouse - die sich bis zur Besinnungslosigkeit betrank oder Crack konsumierte und sich dabei filmen ließ. Wenige Wochen vor den Grammys war sie in einer Entzugsklinik, im Juli landete sie erneut in einer Einrichtung.

"Da waren viele gute, lustige Momente"

Wood und Winehouse lernten sich 2008 kennen, er begleitete sie fortan eng mit der Kamera. Die Bilder, die in dieser Zeit entstanden, veröffentlichte er nun in dem Buch "Amy Winehouse. Blake Wood". Es zeigt 85 bisher unveröffentlichte Aufnahmen der Sängerin.

"Ich hatte kein Interesse daran, Fotos von ihr während einer Krise zu machen oder während sie Drogen nahm. Für mich war das nicht der Mensch, der sie wirklich war", sagt Wood.

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11  Bilder
Amy Winehouse: "Warte, ich pose wie ein Pin-Up-Girl"

Der Fotograf begleitete Winehouse nach Paris und Ende des Jahres auch auf die Karibikinsel Saint Lucia, wo ein Großteil der Bilder entstand. "Ich wusste, in dieser Zeit könnten wir allem Negativen entkommen", schreibt Wood in seinem Fotoband. Auf den Bildern reitet Winehouse auf einem Pferd am Strand entlang oder lässt sich verträumt lächelnd im Sand eingraben. "Ich wollte zeigen, dass nicht alles in diesen Jahren schlecht war", so Wood. "Da waren viele gute, lustige Momente."

Doch die Sucht war stets Thema - auch auf Saint Lucia. Laut Wood nahm Winehouse dort zwar keine harten Drogen mehr. Alkohol habe aber zum Leben auf der Insel gehört. "Ich erinnere mich an ein Abendessen, ich zog ihren Drink zu mir rüber, damit sie langsamer trank. Ich sagte, lass uns einfach das Essen genießen, aber sie wurde wütend und stürmte davon", so Wood. "Dann drehte sie sich um und sagte: 'Was denn, versuchst du etwa, ewig zu leben?'"

Der Streit sei schnell vergessen gewesen. Einmal habe er sich nicht gut gefühlt, er habe das Leben in London vermisst, berichtet Wood. Amy Winehouse habe das sofort gespürt. "Lass uns Fotos machen", habe sie gesagt. Und sich dann am Strand auf einem Felsen in Stellung gebracht. "Ich pose wie ein Pin-Up-Girl", habe Winehouse gesagt. "Sie wusste, wie sie mich aufheitern konnte, weil ich wie sie war: am glücklichsten, wenn ich etwas Neues erschaffe."

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Nancy Jo Sales:
Amy Winehouse. Blake Wood

Taschen Verlag; 176 Seiten; 30 Euro

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