Posse um Schlagerstar: Neonazis in Andrea-Berg-Bus auf Tour

Andrea Berg: Ärger mit Neonazis Fotos
dapd

In die falschen Hände geraten ist offenbar der ehemalige Tourbus von Schlagerstar Andrea Berg: 20 Neonazis fuhren am Wochenende mit dem bunt beklebten Dreiachser zu einer Demo. Das Management der Sängerin gibt sich zerknirscht - und sieht die Schuld bei einem Reiseveranstalter.

Hamburg - Es war ein kurioses Bild, das sich Autofahrern auf der A3 am Wochenende bot: Begleitet von sechs Einsatzwagen der Polizei rollte ein Tourbus von Sängerin Andrea Berg über die Autobahn bei Frankfurt am Main. Doch in dem Mercedes-Dreiachser mit übergroßen Werbefolien des Schlagerstars ("Du hast mich tausendmal belogen") saß nicht etwa Berg selbst - sondern 20 Neonazis auf dem Weg zu einer verbotenen Demo.

Entsprechende Berichte der "Bild"-Zeitung bestätigte Bergs Manager Oliver Mintzlaff. Demnach wird der Bus seit November 2012 nicht mehr von der Sängerin genutzt, sondern ist an das Reiseunternehmen "Fun to Travel" in Althütte (Baden-Württemberg) vermietet. Dort hatte ihn offenbar die braune Reisegruppe gechartert.

Für eine Stellungnahme war "Fun to Travel" nicht erreichbar. Der "Bild"-Zeitung sagte allerdings ein Firmensprecher, der Bus werde vermietet an Vereine, Schulen und Agenturen. Mehr habe er nicht zu sagen.

Bergs Manager Mintzlaff sagte SPIEGEL ONLINE, die 47-Jährige wisse von dem Vorfall und sei schockiert. "Sie hat mich darum gebeten, dass die Sache umgehend aufgeklärt wird und wir rechtliche Schritte einleiten", sagte er. "Wir wollen den Bus von dem Reiseunternehmen zurück und die Beklebungen entfernen lassen."

Der "Bild"-Zeitung zufolge gehört der Mercedes zum Fuhrunternehmen von Andrea Bergs Schwager Klaus Ferber. Dieser habe ihn an "Fun to Travel" weitervermietet. Dem Unternehmen sei ausdrücklich gestattet, die Werbefolie ("Andrea Berg Abenteuer-Tour") am Bus kleben zu lassen. Der Vertrag sehe allerdings auch vor, dass das Fahrzeug nicht für politische Zwecke genutzt werden darf.

Genau das scheint nun am Wochenende geschehen zu sein. Ziel der Fahrt war eine Demonstration im hessischen Gernsheim, die die Stadt zuvor verboten hatte - daher auch die vielen Begleitfahrzeuge der Polizei. Der "Bild"-Zeitung zufolge wurde der ehemalige Tourbus auf dem Weg gestoppt und umgeleitet.

rls

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Leute
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback