Angebliche Tochter: Belgiens König soll zum DNA-Test

Ärger für Belgiens Monarchen Albert II.: Im Alter von 79 Jahren holt ihn erneut seine Vergangenheit ein. Eine Frau behauptet seit Jahren, die uneheliche Tochter seiner Majestät zu sein. Und will jetzt endlich Klarheit.

Vaterschaftsfragen: Albert II. in Nöten Fotos
DPA

Brüssel - Delphine Boël ist sich ganz sicher: Sie ist die Tochter von Albert II. von Belgien. Und weil der König sich weigert, dies anzuerkennen, soll jetzt eine DNA-Analyse Klarheit bringen.

Über ihren Anwalt zitierte die Künstlerin den Monarchen sowie dessen Kinder Prinz Philippe, 53, und Prinzessin Astrid, 51, vor ein Brüsseler Gericht. Dieses soll nun entscheiden, ob die Mitglieder der Königsfamilie gezwungen werden können, ihre DNA offenzulegen. Der bekannte Verfassungsrechtler Marc Uyttendaele bezweifelt, dass Albert zur Rechenschaft gezogen werden kann. Die belgische Verfassung lasse dies nicht zu, sagt der Jurist dem öffentlich-rechtlichen Sender RTBF.

Der Königspalast bestätigte die Vorladung zum 25. Juni, äußerte sich aber nicht weiter zu dem Sachverhalt.

Wie die belgische Zeitung "Le Soir" berichtet, ist die Klägerin kürzlich von ihrem gesetzlichen Vater Jacques Boël, Spross einer wohlhabenden Industriellenfamilie, enterbt worden. Ihre Mutter, die Baronesse Sybille de Sélys Longchamps, soll einer Biografie aus dem Jahr 1999 zufolge in den sechziger Jahren eine Affäre mit Albert II. - damals noch Prinz von Liège - gehabt haben. Laut Boël dauerte die Beziehung von 1966 bis 1984. Demnach soll Albert II. damals geplant haben, sich von Paola zu trennen.

Albert II. hatte die 1968 geborene Delphine nie als seine Tochter anerkannt. Nach Veröffentlichung der Biografie über Königin Paola räumte er jedoch in einer Weihnachtsansprache eine "Krise" ein, die ihm und seiner Gattin "vor über 30 Jahren" zu schaffen gemacht hatte.

Albert II. gilt als amtsmüde. Er sieht jedoch von einem Rücktritt ab, weil er ein Auseinanderdriften der Regionen Wallonie und Flandern befürchtet. Das Königshaus gilt als wichtige Klammer in dem zerbrechlichen, von Spaltung bedrohten Land.

ala/dpa

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