Jolie verteidigt Kinder-Casting "Die Andeutungen sind falsch und erschütternd"

Für die Hauptrolle in ihrem neuen Film hat Angelina Jolie Kinder aus Waisenhäusern und Slums in Kambodscha gecastet. Anschließend wurde sie dafür scharf kritisiert. Nun hat die Schauspielerin die Methoden verteidigt.

AFP

US-Schauspielerin und Regisseurin Angelina Jolie hat Kritik an den Methoden für ein Kinder-Casting zurückgewiesen. "Es wurde alles für die Sicherheit, die Behaglichkeit und das Wohlbefinden der Kinder getan - beim Casting, der Produktion, bis zum heutigen Tag", schrieb Jolie am Wochenende in einem Statement an die "Huffington Post".

Die "Vanity Fair" hatte zuvor über eine Art Spiel während des Castings für Jolies Film "First They Killed My Father" in Kambodscha berichtet: Kinder aus Waisenhäusern und Slums, die für die Hauptrolle infrage gekommen seien, habe man dazu verleitet, Geld von einem Tisch zu nehmen, nur um es ihnen später wieder abzunehmen - dabei habe man die Emotionen der Kinder beobachten wollen. Als Reaktion auf den Bericht hagelte es Kritik im Netz. Ein Vorwurf: Die Kinder seien emotional erniedrigt worden.

Jolie bemängelte, der Autor des Artikels habe die Situation aus dem Zusammenhang gerissen. Der Improvisationstest sei eine Referenz an eine spätere Szene im Film gewesen. "Die Andeutung, dass während des Castings den Kindern echtes Geld weggenommen wurde, ist falsch und erschütternd." Außerdem seien zu jedem Zeitpunkt Eltern, Vormunde und Ärzte vor Ort gewesen.

Das Drama beruht auf den Memoiren der kambodschanischen Menschenrechtsaktivistin Loung Ung, die das Terrorregime der Roten Khmer von 1975 bis 1978 überlebte. Der Film, bei dem Jolie Regie führt, wurde komplett in Kambodscha gedreht und soll noch in diesem Jahr beim Streamingdienst Netflix zu sehen sein.

kry/dpa

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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
peter-k 31.07.2017
1. Sagen Sie ihre Meinung
Ok. Die ist: Wenn es mit derartigen Meldungen über einen Schauspieler, Politiker, Sportler, Sänger anfängt, dann geht es nicht um die Wahrheit und schon gar nicht um Kinderwohl. Es geht nur darum die Person von der Platte zu putzen.
zeisig 31.07.2017
2. Respekt !
Es gibt in Deutschland einen Schauspieler, der auch schon mal in Personalunion Produzent und Regisseur ist, und der dann bei dieser Gelegenheit immer wieder gerne auch gleich seinem Töchterlein eine schöne Rolle zuschanzt. Beispiel Filmtitel: Coc au vin. Da sind mir Kinder, die in Waisenhäusern gecastet wurden zehn mal lieber. Jolie hat eben Stil und würde bestimmt nicht auf die idee kommen, mit ihren eigenen Kindern einen Film zu drehen.
Msc 31.07.2017
3.
Wer sich hier mit "das war gar kein echtes Geld" verteidigen will, der hat entweder absolut kein Verständnis für Kinder oder lügt absichtlich. Es geht nicht darum was das Objekt wert war, sondern wie sich das Kind dabei gefühlt hat. Und wenn der Sinn war die emotionale Reaktion des Kindes zu sehen, dann muss sich das Kind erniedrigt fühlen. Das wurde also nicht nur in Kauf genommen, sondern mit voller Absicht herbeigeführt. Das ist nicht zu verteidigen, Frau Jolie.
frenchie3 31.07.2017
4. OK, Elefanten sind bedroht
Aber wenn aus jeder Mücke ein Elefant gemacht wird haben wir bald zu viele. Ansonsten kann ich Kommentar 1 aus vollem Herzen beipflichten. Zumal nirgendwo steht ob die Kleinen nicht eine Entschädigung für diese "obergrausame Demütigung" bekommen haben
yoda56 31.07.2017
5. Was schreiben Sie für einen Unsinn!?
Zitat von zeisigEs gibt in Deutschland einen Schauspieler, der auch schon mal in Personalunion Produzent und Regisseur ist, und der dann bei dieser Gelegenheit immer wieder gerne auch gleich seinem Töchterlein eine schöne Rolle zuschanzt. Beispiel Filmtitel: Coc au vin. Da sind mir Kinder, die in Waisenhäusern gecastet wurden zehn mal lieber. Jolie hat eben Stil und würde bestimmt nicht auf die idee kommen, mit ihren eigenen Kindern einen Film zu drehen.
Das einzige der Kinder von Jolie, welches vom Aussehen eventuell ein kambodschanisches Waisenkind spielen könnte, wäre vielleicht der 2003 geborene Pax Thien aus Vietnam. Das geht aber nicht wegen des Geschlechts und des Alters. Loung Ung war ein 5-jähriges Mädchen, als die Roten Khmer ihre Schreckensherrschaft begannen, und nach deren Buch "Der weite Weg der Hoffnung" wird der Film gedreht. Also wollen Sie zusammenhanglos auf Til Schweiger eindreschen, schreiben aber weder den richtigen Filmtitel "kokowääh", noch das französische Gericht "coq au vin" richtig. Ein klassisches und peinliches Eigentor!
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