Buddy Elias Anne Franks Cousin gestorben

Der letzte direkte Verwandte von Anne Frank ist tot. Buddy Elias, Cousin des von den Nazis ermordeten Mädchens, starb im Alter von 89 Jahren. Er hatte sich als Schauspieler einen Namen gemacht - auch unter der Regie von George Clooney.

Schauspieler Buddy Elias: Kämpfer gegen Rassismus und Antisemitismus
DPA

Schauspieler Buddy Elias: Kämpfer gegen Rassismus und Antisemitismus


Berlin - Der Schweizer Schauspieler Buddy Elias, Cousin der von den Nazis ermordeten Anne Frank, ist mit 89 Jahren gestorben. Er sei am Montag im Kreise seiner Familie in Basel gestorben, teilte der dort ansässige Anne-Frank-Fonds am Dienstagabend mit. Er war der letzte noch lebende direkte Verwandte von Anne Frank.

Elias spielte in etwa 80 Film- und Fernsehproduktionen mit, darunter "Tatort", "Das Traumschiff", "Die Schwarzwaldklinik", "Der Zauberberg" oder zuletzt "Monuments Men - Ungewöhnliche Helden" unter der Regie von George Clooney.

Elias habe sich stets "für die Zivilgesellschaft, für Dialog und Aufklärung gegen Diskriminierung" eingesetzt, hieß es vom Anne-Frank-Fonds. "Mit der Ethik eines Gerechten engagierte er sich für das Erbe und die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus, gegen Rassismus und Antisemitismus."

Bei einer Vorstellung eines Buches über die Familie Frank 2009 in Frankfurt sagte Elias, das weltberühmte Tagebuch seiner Cousine sei "zum Wichtigsten" in seinem Leben geworden. Seine "Spielkameradin" habe sich mit ihrem Schreiben als große Schriftstellerin erwiesen.

Elias wurde 1925 in Frankfurt am Main geboren, wo er in den ersten Jahren mit den Cousinen Margot und Anne Frank aufwuchs. 1931 emigrierte seine Familie in die Schweiz.

Er besuchte die Schauspielschule am Konservatorium Basel und vervollständigte seine Ausbildung in Zürich. Am Anfang seiner Karriere spielte er viel Theater und war von 1947 bis 1961 Komiker bei "Holiday On Ice". Mit seiner Frau und Schauspielerkollegin Gerti Elias bekam er zwei Söhne.

Die 1929 in Frankfurt geborene Anne Frank war mit ihren Eltern vor den Nazis nach Amsterdam geflohen, wo sie verraten und verhaftet wurden. Sie starb im März 1945 im Alter von 15 Jahren im KZ Bergen-Belsen.

Ihr Tagebuch in Form von Briefen an die fiktive Freundin Kitty ist eines der wichtigsten Zeugnisse des Leidens im Holocaust. Geschildert wird darin das Hoffen und Bangen in einem Amsterdamer Hinterhaus, in dem sich ihre Familie und Freunde von 1942 bis 1944 vor dem Nazi-Terror versteckten. Es gilt als eines der bekanntesten und weltweit am meisten gelesenen Bücher.

syd/dpa



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insgesamt 2 Beiträge
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cyrus.darbandi 18.03.2015
1.
toller Mensch und als Schauspieler ein "scene stealer", der auch in Nebenrollen immer sehr präsent war. (Siehe seine Rolle als Theo Stutz in der Serie "Mit Leib und Seele".) Aber seine wichtigste Aufgabe war die des Bewahrers an das Gedenken von Anne Frank.
rantzau 18.03.2015
2. Mein Beileid
ein wunderbarer Mensch und einen wunderbare Cousine. Gerade in heutiger Zeit wären beide so sehr vonnöten, wo wie man gerade wieder sieht, so sehr gehetzt wird. Auch bei SPON: RIP:
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