Anne Hathaway Erst Frauenfeindin, dann Frauenaktivistin

Die Rechte von Müttern sind ein Herzensanliegen Anne Hatheways - dabei hat die Schauspielerin das Ziel der Gleichstellung einst selbst torpediert: Nicht immer habe sie Chefinnen ernst genommen, räumte sie nun ein.

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Es ist eine Rolle, die perfekt zu Anne Hathaway zu passen scheint: Vor knapp einem Jahr kündigten die Vereinten Nationen an, dass die Schauspielerin Uno-Sonderbotschafterin für Frauen werde. Spezialgebiet: die Sorgen berufstätiger Mütter.

Hathaway solle als "Botschafterin des guten Willens" die Benachteiligung von Müttern am Arbeitsplatz anprangern, hieß es damals - dabei hat die 34-Jährige dieses Ziel selbst noch vor wenigen Jahren sabotiert, wie sie nun zugegeben hat.

Sie habe sich bei den Dreharbeiten für die Komödie "Zwei an einem Tag" im Jahr 2011 Regisseurin Lone Scherfig widersetzt, sagte sie im Gespräch mit dem Sender ABC - und zwar wegen Scherfigs Geschlecht. "Ich befürchte so sehr, dass ich sie mit verinnerlichter Frauenfeindlichkeit behandelt habe", sagte Hathaway. "Und ich fürchte, dass ich nicht alles gab, weil ich sie auf gewisse Weise abgelehnt habe."

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Anne Hathaway über Regisseurinnen: "Ich bereue es wirklich"

"Ich bereue es wirklich, ihr nicht einfach vertraut zu haben", fügte die Schauspielerin hinzu - sie habe aber seitdem vieles gelernt: "Es klingt wie ein Geständnis, aber ich glaube, wir sollten einfach über so etwas reden", sagte Hathaway. "Ich kann nur zugeben, es getan zu haben und es nicht noch mal tun zu wollen. Und vielleicht hilft das Sprechen darüber, dass jemand anderes darüber nachdenkt, bevor er sich so verhält."

Hathaway war 2001 durch die Komödie "Plötzlich Prinzessin" berühmt geworden. Es folgten weitere erfolgreiche Filme wie "Der Teufel trägt Prada" und "Interstellar". Für ihre Rolle in der Musical-Verfilmung "Les Misérables" bekam sie 2013 den Oscar als beste Nebendarstellerin.

mxw



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insgesamt 3 Beiträge
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DJ Doena 21.04.2017
1.
Na zumindest hat sie schon mal all die wichtigen Buzzwords drauf. "verinnerlichte Frauenfeindlichkeit" ist im Englischen das Feminismus-Buzzword "internalized misogyny" und beschreibt Frauen, die sich mit Männern absolut gleichberechtigt fühlen, weil ihnen einfach noch niemand die Augen geöffnet und ihnen gezeigt hat, wie sehr sie das Patriarchat doch unterdrückt.
MutzurLücke 21.04.2017
2. Wenn sie...
...wenigsten ein paar Worte dazu verloren hätte, was genau am Frausein von Lone Scherfig sie dazu bewogen hat, sie nicht ernst zu nehmen, hätte dieses Interview vielleicht weiterführen können. Ging es wirklich nur darum, dass Hathaway seinerzeit den Job des Regisseurs nur einem Mann zutraute? Oder geht es vielleicht doch mehr um krampfige Selbstbezichtigung , die nur die Bedeutung der neuen Mission (und die Eignung der ach so geläuterten Frau Hathaway dafür) hervorheben? In beiden Fällen müsste man ihre Einsichten zu dem Thema freilich etwas niedriger hängen und über die Berufung zur UN-Botschafterin nachdenken. Es gibt wirklich fähigere berufstätigere Mütter für sowas...
Sibylle1969 21.04.2017
3. Blöde Überschrift
Anne Hathaway war ja nicht aktiv oder bewusst eine Frauenfeindin, sondern sie ist unterbewussten Verhaltens- und Denkmustern unterlegen, die in unserer Gesellschaft weit verbreitet ist. Aber es ist gut, dass sie sich das jetzt bewusst gemacht hat. Wissenschaftliche Studien haben schon mehrfach ergeben, dass Frauen oft als weniger kompetent als Männer angesehen werden, auch wenn es dafür keinerlei sachlichen Grund gibt.
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