Nach "New York Times"-Bericht Asia Argento weist Missbrauchsvorwurf zurück

Asia Argento soll einen minderjährigen Schauspielkollegen sexuell missbraucht haben, so berichtete es die "New York Times". Nun hat die 42-Jährige den Vorwürfen widersprochen.

Asia Argento
DPA

Asia Argento


Die Schauspielerin und #MeToo-Aktivistin Asia Argento hat sich gegen Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gewehrt. Ein Bericht der "New York Times", demzufolge sie ihren jüngeren Schauspielkollegen Jimmy Bennett missbraucht und ihm später Geld gezahlt haben soll, um eine Klage abzuwenden, sei falsch, teilte Argento laut einem Statement mit.

Zuerst hatte der Journalist Yashar Ali das Schreiben über Twitter verbreitet, Argentos Agentin Maria Cristina Benelli bestätigte dem SPIEGEL die Authentizität des Statements. "Ich dementiere und weise den Inhalt des von der "New York Times" veröffentlichten Artikels, der in den internationalen Medien zirkuliert, zurück", schrieb die Schauspielerin.

Sie sei "zutiefst schockiert" über die "absolut falschen" Nachrichten und sprach von "Verfolgung". Sie habe nie irgendeine Form einer sexuellen Beziehung mit Bennett gehabt, wurde die Italienerin zitiert. Bennett hatte 2004 in dem Film "The Heart is Deceitful above All Things" Argentos Sohn gespielt.

Fotostrecke

16  Bilder
Asia Argento: Demontage einer Diva

Argento schrieb nun, sie sei Bennett "über mehrere Jahre ausschließlich freundschaftlich verbunden" gewesen. Diese Freundschaft sei zu Ende gegangen, als Bennett plötzlich "eine maßlose Geldforderung" an sie gestellt habe, nachdem sie selbst dem einstigen Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein Vergewaltigung vorgeworfen hatte und daraufhin in den Schlagzeilen war.

Argento dementierte die Zahlung an Bennett nicht, betonte aber, damit habe sie ihm helfen wollen. Ihr Lebensgefährte Anthony Bourdain habe sich Sorgen um einen möglichen Rufschaden gemacht, den Bennett verursachen könnte. Daher habe das Paar entschieden, "mitfühlend auf Bennetts Forderung nach Hilfe zu reagieren". Bourdain persönlich habe Bennett finanziell unterstützt - "unter der Bedingung, dass wir keine weiteren Einmischungen in unser Leben erdulden müssen". Bourdain starb im Juni während Dreharbeiten in Frankreich.

Polizei in Los Angeles untersucht den Fall

Die "New York Times" hatte berichtet, Argento habe Bennett in Kalifornien missbraucht, als er 17 und sie 37 Jahre alt war. Sexuelle Handlungen mit unter 18-Jährigen sind in dem US-Bundesstaat strafbar. Bennett habe Jahre später 3,5 Millionen Dollar von Argento gefordert, in diesem Frühjahr hätten sie sich auf 380.000 Dollar geeinigt.

Die schriftliche Forderung Bennetts und die anschließende Einigung mit Argentos Anwälten seien Gegenstand einer Reihe von Dokumenten, die eine nicht identifizierte Quelle per verschlüsselter E-Mail an die "New York Times" geschickt habe, hieß es in der Zeitung. Drei mit der Sache vertraute Personen hätten der "New York Times" die Echtheit der Dokumente bestätigt.

Auch die Polizei in Los Angeles befasst sich mit dem Fall. Die Berichte seien zur Kenntnis genommen worden, bestätigte eine Sprecherin des Los Angeles County Sheriff Darren Harris. Es werde versucht, das mutmaßliche Opfer zu kontaktieren, um mögliche kriminelle Anschuldigungen angemessen zu dokumentieren. Bislang lägen zu dem angeblichen Vorfall keine Polizeiberichte vor.

Fotostrecke

47  Bilder
Sexuelle Belästigung und Vergewaltigung: Die Vorwürfe gegen Harvey Weinstein

Im Herbst vergangenen Jahres gehörte Argento zu den ersten, die den Hollywoodproduzenten Harvey Weinstein beschuldigten, sie vergewaltigt zu haben. Seitdem forderte sie wiederholt Aufklärung und Verfolgung der Täter sexuellen Missbrauchs. Unter dem Hashtag #MeToo entwickelte sich eine weltweite Bewegung, bei der sich Zehntausende Frauen im Internet als Opfer sexueller Übergriffe zu erkennen gaben.

"Das Ausmaß der Scheinheiligkeit, die diese Entwicklung demonstriert, ist mehr als atemberaubend", sagte Weinsteins Anwalt Benjamin Brafman nun zu den Vorwürfen gegen Argento. Sein Klient sei "fast erleichtert" gewesen. Weinstein ist wegen sexueller Übergriffe in New York angeklagt und wartet derzeit auf seinen Prozess.

Tarana Burke, die als Gründerin der #MeToo-Bewegung gilt, wies derartige Kritik zurück. "Menschen werden diese Berichte nutzen, um die Bewegung zu diskreditieren - lasst das nicht geschehen", schrieb sie auf Twitter. "Wir sind alle keine perfekten Menschen und müssen für unser individuelles Verhalten geradestehen." Mehr über die Reaktionen zum Fall Argento können Sie hier nachlesen.

bbr/dpa/AFP

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.