Ausstieg bei DSDS "Unser dummer Junge hat's zu spät gemerkt"

Kleines Beben, große Wellen: Max Buskohl verlässt "Deutschland sucht den Superstar" - weil er sich nicht so vermarkten lassen will, wie das Showkonzept es vorsieht. Obwohl es bereits deutliche Anzeichen für den Ausstieg gab, ließ RTL die Zuschauer am Samstag für Max anrufen.

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Köln - Eine TV-Überraschung, zwei Lesarten: Kandidat Max Buskohl, der vielen Beobachtern als markantestes der RTL-Gesangstalente schien, steigt bei der Casting-Show aus. RTL habe den Sänger "gefeuert", berichtet heute die "Bild"-Zeitung. Er habe sich nicht an "vereinbarte Termine und Verträge" gehalten.

Dieser Darstellung widerspricht Max' Vater, der Rockmusiker und Produzent Carl Carlton. Sein Sohn, sagt Carlton SPIEGEL ONLINE, habe die Sendung aus freien Stücken verlassen, weil er musikalische Wünsche und Vorstellungen nicht habe verwirklichen können.

Als sich sein Sohn bei der Casting-Show bewarb, habe er "Bedenken" gehabt, sagt Vater Carlton und sieht sich jetzt bestätigt: "Max ist da in etwas hineingerutscht - und hat zu spät gesehen, worauf das hinsteuert. Kandidaten wie Martin Stosch oder Lisa Bund oder Mark Medlock haben noch kein Eigenleben. Die akzeptieren alles, was ein Bohlen ihnen vorsetzt. Max dagegen wurde immer populärer, weil er ein Anti-Typ dazu war."

Wäre aus Max Buskohl tatsächlich am Ende der "Superstar" geworden, hätte er nicht selbst bestimmen können, wie es musikalisch weitergeht. Vielmehr kümmert sich eine Produktionsfirma um die weitere Vermarktung des DSDS-Siegers, bestimmt auch sein künstlerisches Profil.

"Die Verträge bei 'Deutschland sucht den Superstar' sind halt so, dass man da als integrer Künstler in einen Engpass kommt", sagt Carl Carlton. "Und unser dummer Junge hat's zu spät gemerkt."

Vor zwei Wochen sei Max klar geworden, dass er seine Zukunft nicht als "Superstar" sieht. Weil sich eine Lücke im Vertrag fand, sei ein Ausstieg bei DSDS möglich geworden. "Ich glaube, die hatten selbst nicht gemerkt, dass da so eine Klausel drinsteht", frohlockt Carlton.

Die endgültige Entscheidung, die Sendung zu verlassen, sei bereits am vergangenen Donnerstag gefallen, sagt Carlton. "RTL hat ihn dann gebeten, die Entscheidung erst am Sonntag bekannt zu geben, sonst sei ja am Samstag die Show kaputt. Max ist darauf eingegangen."

RTL-Sprecher Christian Körner widerspricht. Er sagt SPIEGEL ONLINE: "Max Buskohl hat RTL gegenüber zwar seit zwei Wochen immer wieder Bedenken geäußert, ob ein Verbleib bei DSDS das Richtige für ihn sei. Seine endgültige Entscheidung, die Show zu verlassen, hat er uns jedoch erst am Sonntag mitgeteilt."

Auffällig in der Show war jedoch, wie bockig Juror Dieter Bohlen die Leistung des jungen Sängers Kommentierte: "Dir ist scheißegal, was ich sage, deshalb ist mir scheißegal, was du singst."

The Show must go on: Der bereits ausgeschiedene Kandidat Martin Stosch wird nun für Max in die Sendung zurückgeholt.

Wie geht's weiter mit Max Buskohl? "Er kann sich vor Angeboten nicht retten", sagt Carl Carlton. "Allerdings darf er jetzt drei Monate lang keine Tonträger produzieren, das sieht der Vertrag so vor. Ich hab' ihm gesagt, er soll jetzt mit seiner Band 'Empty Trash' spielen und sich den Arsch aufreißen, das ist die beste Schule."



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