Mordermittlungen eingestellt B.B. King starb eines natürlichen Todes

B.B. King wurde ermordet - behaupteten zwei Töchter der Blues-Legende. Die Vorwürfe sind falsch, hat nun eine gerichtsmedizinische Untersuchung ergeben. Demnach gibt es keine Anzeichen für einen unnatürlichen Tod.

Blues-Legende: B.B. King starb eines natürlichen Todes
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Blues-Legende: B.B. King starb eines natürlichen Todes


Die Ermittlungen zum Tod von B.B. King sind abgeschlossen - und haben keinerlei Hinweise auf einen unnatürlichen Tod gebracht. Es gebe kein Anzeichen dafür, dass King vergiftet worden sei, sagte John Fudenberg, Gerichtsmediziner im Bezirk Clark in Nevada. Todesursache sei eine Alzheimer-Erkrankung in Kombination mit anderen Gebrechen.

"Wir können mit einiger Sicherheit sagen, dass Herr King eines natürlichen Todes gestorben ist", sagte Fudenberg. Er hoffe, dieses Ergebnis werde es der Familie und den vielen Freunden Kings ermöglichen, mit der Sache abzuschließen. Man habe eine Autopsie gemacht, toxikologische Tests durchgeführt und einen Neuropathologen konsultiert. King habe mehrere Schlaganfälle erlitten, die aber nicht zum Tod geführt hätten.

Zwei von Kings elf Kindern hatten zwei enge Mitarbeiter ihres Vaters - Managerin LaVerne Toney und den Assistenten Myron Johnson - verdächtigt, Kings Ableben beschleunigt zu haben. Daraufhin wurden Mordermittlungen aufgenommen.

"Ich glaube, dass mein Vater vergiftet wurde", hatten Kings Töchter Patty King und Karen Williams in gleichlautenden eidesstattlichen Erklärungen mitgeteilt. "Ich glaube, dass mein Vater ermordet wurde." Toneys Anwalt hatte die Vorwürfe als verleumderisch und beleidigend bezeichnet.

Direkt nach Bekanntwerden der Anschuldigungen hatte Toney gesagt, die beiden Töchter hätten schon immer Vorwürfe erfunden. Sie hatte 39 Jahre für King gearbeitet, besaß eine Generalvollmacht des Musikers und war in dessen Testament als Nachlassverwalterin genannt. Das Vermögen des Musikers wird auf viele Millionen Dollar geschätzt. Eine Woche vor Kings Tod hatte ein Richter Williams' Antrag abgelehnt, die Vormundschaft für King zu bekommen.

King war nach Komplikationen mit einer Diabetes-Erkrankung in ein Hospiz in Las Vegas gebracht worden. Dort starb er am 14. Mai. Bei seinem Tod waren keine Familienmitglieder an seiner Seite, sondern lediglich Johnson. Zu Kings Beerdigung in Memphis kamen Hunderte Fans und Weggefährten.

Der Musiker wurde 1925 als Riley Ben King im südlichen US-Bundesstaat Mississippi geboren. Der Afroamerikaner wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, die erste Gitarre bekam er im Alter von zwölf Jahren von einem Plantagenbesitzer. Mit Anfang 20 zog es ihn nach Memphis, die Hauptstadt des Blues. Bald bekam er eine eigene Radiosendung, die ihm den Spitznamen "Blues Boy" (B.B.) einbrachte. Seinen ersten Hit feierte King 1951 mit dem "Three O'Clock Blues".

ulz/AP/Reuters



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