Ballack-Ohrfeige: Unbekannter erstattet Anzeige gegen Podolski

Nachspiel einer Backpfeife: Im Match gegen Wales watschte Lukas Podolski Kapitän Ballack ab. In einem persönlichen Gespräch entschuldigte sich der Stürmer für die Maulschelle. Doch nun intervenierte ein friedliebender Unbekannter und zeigte den 23-Jährigen an - mit einer skurrilen Begründung.

Hamburg - In einem persönlichen Gespräch mit Bundestrainer Joachim Löw, DFB-Sportdirektor Oliver Bierhoff und Michael Ballack hatte Lukas Podolski nach dem Spiel gegen Wales bereits Reue gezeigt - doch nun hat die Ohrfeige nicht nur moralische, sondern möglicherweise auch juristische Konsequenzen. Die Backpfeife beschäftigt inzwischen auch die Staatsanwaltschaft.

"Eine Strafanzeige gegen Podolski ist eingegangen und inzwischen wegen der örtlichen Zuständigkeit nach München weitergeleitet worden", sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Günther Feld. "Eigentlich ist so etwas eine Tatortsache. Aber weil das Spiel in Cardiff stattfand, ist es nun eine Wohnortsache." Die Anzeige lautet auf versuchte Körperverletzung.

Die Person, die Podolski angezeigt habe, argumentiere damit, dass es ein schlechtes Vorbild sei, vor Millionen von Fernsehzuschauern bei einem Streit handgreiflich zu werden.

Beim WM-Qualifikationsspiel Deutschland gegen Wales am 1. April in Cardiff hatten sich Ballack und Podolski in der 67. Minute der Partie eine Auseinandersetzung geliefert, nachdem Ballack dem Stürmer lautstark taktische Anweisungen gegeben hatte.

Ob Podolski allerdings etwas zu befürchten hat, ist fraglich. In der Vergangenheit sind vergleichbare Verfahren fast immer eingestellt worden - so auch das Ermittlungsverfahren der Hamburger Staatsanwaltschaft gegen Torhüter Tim Wiese wegen versuchten Totschlags.

Wiese hatte am 7. Mai 2008 im Bundesliga-Spiel des Hamburger SV gegen SV Werder Bremen Stürmer Ivica Olic so heftig gefoult, dass Franz Beckenbauer nach dem Spiel von einem "Mordversuch" sprach.

Eine unbekannte Person erstattete bei der Staatsanwaltschaft Hamburg Strafanzeige gegen Wiese. Rund vier Monate später wurde das Verfahren eingestellt - Olic selbst soll sich gegen eine weitere juristische Verfolgung ausgesprochen haben.

han/ddp/sid

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