Bambi 2009 Und wo war Jopie?

Alle waren da, alle hatten sich schick gemacht für den Auftritt auf dem roten Teppich. Nur einer fehlte: der älteste aktive Schauspieler der Welt. Johannes "Jopie" Heesters ist zwar mit einem Bambi geehrt worden - nur mitbekommen hat das keiner. Die Verantwortlichen lieferten eine krude Begründung.


Potsdam - Man feierte - sich und die Branche: 800 Gäste waren bei der Verleihung des Bambi in der Potsdamer Metropolis-Halle anwesend. Doch ein Mann kam nicht zu seinem Auftritt: Jopie Heesters. Kurz vor seinem 106. Geburtstag wurde der Schauspieler mit einem Sonder-Bambi geehrt, nur: Keiner hat's gesehen.

Der älteste aktive Schauspieler der Welt habe seinen achten Bambi vor einigen Tagen zu Hause am Starnberger See überreicht bekommen, sagte "Bunte"-Chefredakteurin und Verantwortliche Patricia Riekel.

Das Video davon konnte "leider aus Zeitgründen" nicht bei der am Donnerstagabend live in der ARD ausgestrahlten Gala aus der Potsdamer Metropolis-Halle gezeigt werden, sagte sie. Heesters Reaktion soll gelautet haben: "Das ist jetzt der 8. Bambi, und dann kommt noch der 9., und dann kommt noch der 10.!"

So waren es andere, die ihren großen Auftritt hatten - und die zähe Moderation von Katarina Witt und Tom Bartels unterbrachen. Die beiden wirkten so hölzern, die Gags derart auswendig gelernt, dass der Funken nicht so recht überspringen wollte. Was bei derlei Galas allerdings üblich zu sein scheint.

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Bambi-Verleihung: Schaulaufen auf dem roten Teppich
Es waren vor allem die ruhigen Momente, die bei der Gala das Publikum rührten: 20 Jahre nach dem Mauerfall erhielten Helmut Kohl als "Kanzler der Einheit" und drei "Stille Helden" der Wende die begehrten Medienpreise. Sichtlich bewegt nahm der 79-jährige Kohl die Auszeichnung in seinem Haus in Ludwigshafen im Rollstuhl sitzend entgegen. Viele der Gäste wirkten allerdings schockiert über den Gesundheitszustand Kohls, dem das Sprechen viel Mühe bereitete.

Nicht nur bei Oscar-Preisträgerin Winslet und Jan Josef Liefers sah man feuchte Augen, als Jürgen Schulz für sein Kinderhospiz Sonnenhof in Berlin geehrt wurde. Alle erhoben sich von den Stühlen - magische Minuten. Davon gab es aber nicht viele an diesem Abend in Potsdam - symbolträchtig als Gala-Schauplatz gewählt, da schließlich hier einst auf der Glienicker Brücke Agenten aus Ost und West ausgetauscht wurden.

Kate Winslet ("Der Vorleser") sank dankbar vor ihrem Laudator, dem großen Bruno Ganz, auf die Knie und verkündete, ihren Bambi mit Schauspielkollege David Kross zu teilen. Oscar-Preisträger Florian Henckel von Donnersmarck ("Das Leben der Anderen") fand sein goldenes Reh "so süß und hübsch" - seine Kinder werden es sicher schöner finden als den Oscar-Mann.

Christoph Waltz, geehrt für seine wunderbare Darstellung in Tarantinos "Inglourious Basterds" wollte eigentlich "etwas Geistreiches" zum Besten geben - entschied sich dann doch für die kürzeste Rede des Abends: "Vielen, vielen Dank". Fast genauso kurz, dafür besonders herzerfrischend, machte es die kleine Mercedes Jadea Diaz (Hauptdarstellerin in Michael "Bully" Herbigs Bambi-prämiertem Film "Wickie und die starken Männer"): "Danke Bully, dass Sie mich genommen haben."

Lacher erntete auch Stephanie zu Guttenberg, die ihren Mann, Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, wegen der aktuellen Nachrichtenlage spontan und äußerst charmant vertrat. "Denken Sie sich Ihren Verteidigungsminister in dieses Abendkleid", sagte sie und übergab Uli Hoeneß vom FC Bayern München einen Bambi.

han/dpa



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