Offizielle Porträtgemälde Obamas in Öl

In Washington sind die Gemälde von Barack und Michelle Obama vorgestellt worden, die künftig in der National Portrait Gallery zu sehen sind. Eine Premiere in mehrfacher Hinsicht.

AFP

Die National Portrait Gallery in Washington hat Porträts von Ex-Präsident Barack Obama und der früheren First Lady Michelle Obama enthüllt. Die Bilder der Künstler Kehinde Wiley und Amy Sherald sind von Dienstag an auch für die Öffentlichkeit zu sehen.

"Ziemlich scharf", war die erste Reaktion des 54-jährigen Ex-Präsidenten, der den Künstler bei der Enthüllung umarmte. Über die Zusammenarbeit mit Wiley sagte er: "Ich habe versucht, kleinere Ohren herauszuhandeln."

Die Galerie im Herzen der Hauptstadt beherbergt die einzige vollständige Sammlung von Porträts aller US-Präsidenten außerhalb des Weißen Hauses. Insgesamt befinden sich in den Räumlichkeiten rund 1600 Werke mit den Konterfeis von Staatsmännern - vom ehrwürdig posierenden George Washington, über den künstlerisch eigenwillig dargestellten John F. Kennedy bis zum verschmitzt lächelnden George W. Bush.

Barack Obama wählte für sein Porträt mit dem 40-jährigen Wiley auf Vorschlag der Galerie erstmals einen afroamerikanischen Künstler für ein Präsidentenporträt aus. Obama war nach 43 weißen Vorgängern der erste schwarze Präsident der USA.

Fotostrecke

6  Bilder
Barack Obama über sein Porträt: "Wollte kleinere Ohren heraushandeln"

Auch seine 52-jährige Frau Michelle wählte mit Sherald eine Afroamerikanerin, die sich in ihren Werken für Gleichberechtigung stark macht. Die 44-Jährige ist bekannt für ihre Porträts, die Gesichter von Schwarzen in unterschiedlichen Grautönen zeigen - so auch bei Michelle Obama.

Die Galerie geht traditionell in den letzten Wochen der Amtszeit von US-Präsidenten auf das Weiße Haus zu und unterbreitet Vorschläge für Künstler, die für die vornehme Aufgabe in Frage kommen. Die Endauswahl obliegt dem Präsidenten. Von Obama sind bisher nur zwei Fotografien aus dem Jahr 2012 im Bestand der Galerie - sie müssen dem neuen Werk weichen.

Die Praxis, immer am Ende der Amtszeit eines Präsidenten ein offizielles Porträt anfertigen zu lassen, wurde 1994 unter George H.W. Bush begonnen. Die First Ladys sind erst seit 2006, beginnend mit Hillary Clinton, Bestandteil der Galerie. Sie hängen allerdings an einem anderen Platz als die Chefs des Hauses.

Zu den Spendern, die das Projekt mitermöglichten, gehörte diesmal unter anderem der Hollywood-Regisseur Steven Spielberg. Wie Schauspieler Tom Hanks besuchte auch er die Präsentation der Gemälde.

apr/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.