Barack Obamas Anzug Yes we tan!

Zu blass, zu alt, zu breit an den Schultern: Während Barack Obama die Welt über seine Strategien im Irak und zur Ukraine informierte, kümmerte die Reporter vor allem eines - der beigefarbene Anzug des US-Präsidenten.

AFP

Washington - Auch der mächtigste Mann der Welt ist vor modischen Ausrutschern nicht gefeit. Wegen seiner unvorteilhaften Jeans hatte Barack Obama vor ein paar Jahren eine Menge Spott ertragen müssen. Nun hat er erneut modisch danebengegriffen - und das auch umgehend zu spüren bekommen.

Am Donnerstag trat Obama im Presseraum des Weißen Hauses vor die Medien, um ein kurzes Update zum Irak-Konflikt und zur Ukraine-Krise zu geben. Der Fokus des Briefings verlagerte sich jedoch schnell auf Nichtiges: den beigefarbenen Anzug des Präsidenten.

"Obama ist angezogen wie mein Großvater an einem Sonntag im August", lästerte die Reporterin des "Time Magazine" auf Twitter. Zu oldschool, zu blass, zu breit an den Schultern - viele Kollegen pflichteten ihr bei: Das Ding geht gar nicht.

"Wer hat Präsident Obama den alten Anzug meines Vaters gegeben, den er immer zur Kirche trug?", schrieb "Washington Post"-Reporter Wesley Lowery. "Ist er auf dem Weg zu einer Sommerhochzeit?", fragte eine andere Journalistin. "Gute PR-Taktik - einen hässlichen Anzug tragen, um von dem Fakt abzulenken, dass wir vielleicht in den Krieg ziehen", ätzte ein Schreiber des "Business Insider".

"Taupe and Change"

Der "Tan Suit" entwickelte mit einem eigenen Twitter-Account schließlich ein Eigenleben. "Tan Suit", so nennt man in den USA taupefarbene Sommeranzüge wie den des Präsidenten. Es folgten eine Reihe mehr oder weniger einfallsreicher Wortspiele. "Yes we tan", hieß es da oder "Taupe and Change" - beides Anspielungen auf bekannte Obama-Slogans.

Es sei eine Kombination aus dem Überdruss schlechter Nachrichten und dem nahenden Wochenende, versuchte das "New York Magazine" das Interesse an Obamas Klamotte zu erklären.

Josh Barro, unter anderem Reporter für die "New York Times", setzte schließlich einen mahnenden Tweet ab: "Hat der Präsident gerade verkündet, dass wir in den Krieg ziehen, während wir damit beschäftigt waren, uns über seinen schrecklichen Anzug lustig zu machen?" Übrigens: Zwar sprach Obama von der Strategie gegen IS und den Ukraine-Konflikt, vom Krieg war aber keine Rede.

Die Kritik an seiner Jeans 2009 traf den Präsidenten offenbar schwer. Fünf Jahre nach dem Vorfall erklärte er Anfang des Jahres trotzig in einem Radiointerview: "Die Wahrheit ist aber, dass ich grundsätzlich in Jeans sehr scharf aussehe." Mal sehen, ob er dieses Mal genauso lange braucht, um den Mode-Fauxpas zu verdauen.

gam



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