Ehe für alle Umweltministerin Hendricks hat geheiratet

Barbara Hendricks hat nun auch ganz persönlich Ja zur Ehe für alle gesagt: Die Bundesumweltministerin heiratete ihre langjährige Partnerin. Die beiden traten in Kleve vor den Standesbeamten.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks
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Bundesumweltministerin Barbara Hendricks


Umweltministerin Barbara Hendricks ist seit Montag verheiratet: In ihrer Heimatstadt Kleve schloss sie mit ihrer Lebenspartnerin Valérie Vauzanges den Bund der Ehe. "Wir haben am Montag in Kleve geheiratet", sagte Hendricks der "Rheinischen Post".

Die 65-jährige Hendricks hatte bereits unmittelbar nach dem Beschluss des Bundestags zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare angekündigt, ihrer langjährigen Partnerin einen Antrag machen zu wollen. Die Ministerin und Vauzanges waren seit Oktober 2010 verpartnert. Die seit 2001 mögliche eingetragene Lebenspartnerschaft für homosexuelle Paare war aber nicht vollkommen der Ehe gleichgestellt.

Vor vier Jahren geoutet

Die Ministerin hatte sich Ende 2013 beiläufig in einem Interview geoutet und gesagt, dass sie mit ihrer Lebenspartnerin Silvester feiern werde. Anfang 2016 hatte sie in der "Bunten" gesagt, ihre Lebenspartnerin, die auch die französische Staatsbürgerschaft besitze, kenne sie bereits seit fast 20 Jahren. Vauzanges sei Lehrerin und neun Jahre jünger als sie. "Über gemeinsame Freunde haben wir uns kennengelernt, sie hat teilweise im Bundestag gearbeitet. Es war eine Liebe, die sich langsam entwickelt hat."

Ihr Outing begründete Hendricks damals mit der Hoffnung, dass ihre Entscheidung dazu beiträgt, lesbische Frauen selbstbewusster zu machen. Immer wieder hatte sich die Politikerin auch für Rechte von Lesben und Schwulen eingesetzt.

Möglich ist die Ehe für gleichgeschlechtliche Partner seit diesem Sommer. Der Bundestag hatte nach einer Turbo-Debatte mit großer Mehrheit die Ehe für alle beschlossen. Hendricks (SPD) verlor danach keine Zeit: Bei einer Kundgebung der Sozialdemokraten vor dem Brandenburger Tor in Berlin erklärte sie, ihrer langjährigen Partnerin einen Antrag machen zu wollen.

Mit dem neuen Gesetz werden Lebenspartnerschaften nicht automatisch in eine Ehe umgewandelt: Verpartnerte Paare, die eine Ehe wollen, müssen erneut vor einen Standesbeamten treten.

ler/AFP/

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