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Bayern ade: Nicolas Cage muss Traumschloss verkaufen

Wenn die Finanzkrise die Schönen und Reichen heimsucht: Nach nur knapp drei Jahren hat sich Hollywood-Star Nicolas Cage von seinem Anwesen in der Oberpfalz getrennt. Der Schauspieler verkaufte Schloss Neidstein bei Etzelwang - angeblich aus Geldnot.

Regensburg - Der Etzelwanger Bürgermeister Roman Berr bestätigte den Verkauf des Anwesens am Dienstag in der Online-Ausgabe der "Mittelbayerischen Zeitung" Der 45-jährige Cage habe Schloss Neidstein im Landkreis Amberg-Sulzbach an einen Anwalt aus der Region verkauft, sagte Berr.

Medienberichten zufolge hat der Mime ("Leaving Las Vegas") in der vergangenen Monaten mehrere Immobilien und eine Yacht zum Verkauf angeboten, was prompt zu Spekulationen führte, die Finanzkrise könnte sich auch bei ihm bemerkbar gemacht haben. "Zurzeit werde ich ganz sicher nichts kaufen", zitierte ihn die Zeitschrift "Bunte" im Dezember.

Der Neffe des berühmten Regisseurs und Produzenten Francis Ford Coppola hatte das nahe Amberg gelegene Schloss mit 28 Zimmern im Jahr 2006 erstanden und damals von der Architektur und dem 165 Hektar großen Wald um das Gemäuer geschwärmt. Zeitungsberichten zufolge soll er für das Anwesen zwei Millionen Euro gezahlt haben. Er habe eine "authentische, familiäre Immobilie" gesucht, erklärte Cage damals. Er freue sich, ein so "wunderbares Refugium" gefunden zu haben, wo er "unbeschwerte Stunden mit der Familie" verbringen wolle.

Die Mutter des Schauspielers, die Tänzerin und Choreografin Joy Vogelsang, stammt aus Bayern. Cage habe zunächst die Mauern des Gebäudes sanieren lassen, hieß es. Am Pfingstsamstag vergangenen Jahres sei er noch einmal mit dem Hubschrauber vorbeigekommen, dann aber in der Versenkung verschwunden.

Er wisse nur von einem einzigen Besuch des Schauspielers, sagte der Bürgermeister. Er selbst habe erfolglos versucht, mit dem Management des Stars Kontakt aufzunehmen, so Berr: "Von daher ist mir Herr Cage nicht ans Herz gewachsen", so sein trockener Kommentar.

Mit dem neuen Schlossbesitzer, dem Amberger Rechtsanwalt Konrad Wilfurth, sei die Gemeinde bereits wegen der zukünftigen Nutzung des Schlosses in Kontakt. Wilfurth soll Cage als Berater zur Seite gestanden haben. Der Anwalt war für eine Stellungnahme zu dem Schlossverkauf zunächst nicht zu erreichen. "Die ursprüngliche Planung des Neidstein-Projekts hat sich als nicht realisierbar herausgestellt", wird er von mittelbayerische.de zitiert.

Man werde jedoch eine "regional eingebundene Nutzung des Objekts" sicherstellen, heißt es. In absehbarer Zeit würden die Arbeiten an dem Schloss unter Wilfurths Regie weitergehen, hieß es.

Cage hat bekanntermaßen ein Faible für Immobilien. Schon rund ein Jahr nach dem Kauf seines bayerischen Schlosses soll er erneut in der englischen Weltkulturerbe-Stadt Bath fündig geworden sein und dort ein Anwesen für umgerechnet rund 5,6 Millionen Euro gekauft haben.

ala/AP/ddp

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