Bundespräsident Joachim Gauck war tapfer. Freundlich trat er nach dem Champions-League-Finale am Samstag zum Handschüttel-Marathon an, gab sich väterlich und zeigte echtes Mitgefühl mit den unglücklichen Zweiten. Allein, die Laune der Bayern nach dem verlorenen Spiel gegen den FC Chelsea war am Tiefpunkt.
Ausgerechnet Bastian Schweinsteiger war beim Elfmeterschießen als letzter Bayern-Schütze am Pfosten gescheitert. Die Münchner verloren ihr Endspiel 4:5 gegen den englischen Club des Ölmilliardärs Roman Abramowitsch.
Gleich zweimal hintereinander holte sich der beflissene Gauck einen Korb. FC-Bayern-Trainer Jupp Heynckes, der vor Schweinsteiger in der Schlange stand, schnappte sich Medaille und Trostpreis und eilte davon - ohne den Bundespräsidenten eines Blickes zu würdigen. Heynckes entschuldigte sich nicht, könnte aber im Ernstfall vorbringen, dass er einfach beide Hände voll hatte.
Gleich hinter dem Trainer stand Bastian Schweinsteiger, die tragische Figur beim "Drama dahoam" des FC Bayern. Er hielt die Hand vor Mund und Nase, schaute mit leerem Blick auf den Boden. Als die Reihe an ihm war, griff der Nationalspieler gleichermaßen lustlos wie wütend auf sich selbst nach der Medaille und ignorierte die wohlwollende Präsidentenhand.
Jetzt entschuldigte sich der Mittelfeldspieler beim Bundespräsidenten für seinen Fauxpas vor den Augen der Welt. Es sei "auf keinen Fall richtig" und "ein Missverständnis", von einem "verweigerten Handschlag" zu sprechen, betonte der 27-Jährige in einer Erklärung des Fußball-Rekordmeisters. Er habe Gaucks ausgestreckte Hand beim Gang über die Tribüne schlicht "nicht gesehen".
"Ich habe in diesen Momenten, nach dieser großen Enttäuschung, nichts mehr um mich herum wahrgenommen", so Schweinsteiger. "Ich war verzweifelt, enttäuscht, wie paralysiert." Dass Bilder von diesem Augenblick den Eindruck erweckten, er habe Gaucks Hand verschmäht, tue ihm leid, beteuerte der Spieler.
ala/dpa/sid
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