Prozess gegen Energydrink-Hersteller Beastie Boys bekommen 668.000 Dollar

Sie kämpften für ihre Rechte - und ein Richter urteilte nun in ihrem Sinne: Die Beastie Boys bekommen vom Hersteller eines Energydrinks Hunderttausende Dollar Gerichtskosten erstattet. Es ging um Urheberrechte und persönliche Verletzungen.

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Der Hersteller eines beliebten Energydrinks muss Hunderttausende Dollar an die Band Beastie Boys zahlen. Ein Richter in New York verurteilte den Getränkeproduzenten Monster dazu, nach dem Prozess wegen des Vorwurfs der Verletzung von Urheberrechten insgesamt 668.000 Dollar der Anwaltskosten zu übernehmen.

Die Rapper Adam "Ad Rock" Horowitz und Michael "Mike D" Diamond sowie die Frau des verstorbenen dritten Bandmitglieds Adam "MCA" Yauch waren vor Gericht gezogen, weil die Firma Monster mit fünf Songs für ihren Energydrink geworben hatte, ohne die Rechte an den Liedern zu besitzen. Im vergangenen Juni gewannen sie den zweijährigen Prozess und bekamen 1,7 Millionen US-Dollar zugesprochen - jetzt ging es zusätzlich um die Erstattung der Anwaltskosten.

"Nach den Aussagen der noch lebenden Bandmitglieder war es für das Gericht klar, dass dieser Fall eine große persönliche Bedeutung für sie hatte", heißt es nun im Urteil von Richter Paul Engelmayer. Yauch war im May 2012 an einer Krebserkrankung gestorben, er wurde 47 Jahre alt. 2014 wurde die Band dann offiziell aufgelöst. Es habe die Kläger schwer verletzt, dass die Firma Monster die Musik für ihren finanziellen Gewinn genutzt habe, sagte Engelmayer.

Nach Angaben des Richters hätten Horovitz und Diamond klargemacht, dass sie ihre Musik aus Prinzip nicht für Werbung zur Verfügung stellten. Nach Angaben des Magazins "Rolling Stone" ist dies sogar im Testament von Yauch festgehalten. Hätte Monster um Erlaubnis gebeten, hätten die verbliebenen Bandmitglieder das Angebot ausgeschlagen, so Engelmayer.

Die Band hat mehr als 40 Millionen Alben verkauft, ihr Debüt war 1986 "Licensed to Ill", aus dem auch eins der bekanntesten Lieder stammt: "Fight for Your Right". 2012 wurden die Beastie Boys in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen.

aar/AP

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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
draus_vom_walde 17.06.2015
1. Schnell
Die Änderung ging aber schnell. Man Streiche Kill und setze Ill :-)
globalhype 17.06.2015
2.
sagt es nich viel über die sog. "Pressefreiheit"?
Telex 17.06.2015
3. Autowerbung geht aber?
Wenn ich mich recht entsinne wurde dich mit einem Beastie-Song für ein Kleinfahrzeug geworben? Das mit der "persönlichen Verletzung" ist aber ohnehin sehr scheinheilig...
koshernostra 17.06.2015
4. Pressefreiheit? @globalhype
Also ich lese hier nichts von Einschränkungen für die Presse. Oder haben Sie stat “Nach Angaben des Magazins "Rolling Stone" ist dies sogar im Testament von Yauch festgehalten." etwa "Im Fall des Magazins ..." gelesen?
jimyvicious 17.06.2015
5. Falsch entsinnt …
Zitat von TelexWenn ich mich recht entsinne wurde dich mit einem Beastie-Song für ein Kleinfahrzeug geworben? Das mit der "persönlichen Verletzung" ist aber ohnehin sehr scheinheilig...
… in der Tat wurde noch nie ein Beastie Boys Song für Werbezwecke benutzt. Wenn sie einen solchen Film gesehen haben, dann vermutlich eine Version, die nicht für die Öffentlichkeit gedacht war. Die Beastie Boys haben auch gegen eine Spielzeugfirma geklagt, die einen Beastie Boy Song parodiert hatte. Und ja, ein Künstler kann durchaus "persönlich verletzt" sein, wenn sein Werk ohne sein Einverständnis kommerzialisiert wird. Können sich aber scheinbar nicht nachvollziehen.
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