Belgien Ex-König Albert II. zu Vaterschaftstest verurteilt

Delphine Boël ist davon überzeugt, dass der frühere belgische König Albert II. ihr Vater ist. Nun hat die 50-Jährige vor Gericht einen Etappensieg errungen.

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Seit Jahren kämpft Delphine Boël darum, als Tochter des früheren belgischen Königs Albert II. anerkannt zu werden. Nun soll sich der 84-Jährige einem Richterspruch zufolge im Streit mit seiner möglichen unehelichen Tochter einem Vaterschaftstest unterziehen.

Das entschied das Brüsseler Berufungsgericht, wie die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf beteiligte Anwälte meldete. Die Richter setzten demnach eine Frist von drei Monaten.

Die Entscheidung ist ein Etappensieg für die Künstlerin Boël, die seit 2013 um die Anerkennung als Kind des ehemaligen Monarchen kämpft. Die heute 50-Jährige behauptet, ihre Mutter, die Baronin Sybille de Sélys Longchamps, und Albert II. hätten vor Jahrzehnten eine längere Affäre gehabt.

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Vaterschaftsklage gegen Albert II.: Kampf um die königliche DNA

Der ehemalige König bestreitet die Vaterschaft. Er könnte sich laut einem Bericht des Senders RTBF vor dem Obersten Gericht des Landes gegen den Gentest wehren. Albert II. hatte im Juli 2013 zugunsten seines ältesten Sohns Philippe abgedankt - und damit auch automatisch seine Immunität als belgisches Staatsoberhaupt verloren.

Nach dem Spruch des Berufungsgerichts ist Jacques Boël - der Ex-Mann der Mutter - weder im biologischen noch im rechtlichen Sinne der Vater der Bildhauerin. Delphine Boël hatte beantragt, dies festzustellen, um Albert als "echten" Vater anerkennen lassen zu können.

Die Tatsache, dass der frühere belgische König möglicherweise ein uneheliches Kind hat, beschäftigt die belgische Öffentlichkeit seit Langem. Albert erkannte Boël nie als seine Tochter an. Allerdings sahen viele in seiner Weihnachtsansprache im Jahr 1999 ein verstecktes Eingeständnis: Damals sprach das Staatsoberhaupt von einer Krise, die seine Ehe Jahrzehnte zuvor durchlitten habe.

wit/dpa



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