Bemerkung über Heidi Klum: US-Comedy-Star verstört mit Holocaust-Vergleich

Comedy-Star Rivers: Leben am Rande des guten Geschmacks Fotos
AP/DPA

Joan Rivers ist für ihre bitterböse Stilkritik bekannt und gefürchtet. Nun hat der amerikanische Comedy-Star einen unsäglichen Vergleich gezogen - wieder einmal. Es geht um Heidi Klum und den Holocaust.

Los Angeles - Die Provokation ist ihr Job: Die US-Entertainerin Joan Rivers ist für harsche Modekritik und polarisierende Meinungen bekannt. Nun hat die 79-Jährige etwas gesagt, das sich selbst für ihre Verhältnisse jenseits des Erträglichen bewegt.

In der TV-Sendung "Fashion Police", die wöchentlich auf dem US-Sender E! ausgestrahlt wird, äußerte sich Rivers über Heidi Klum. Mehrere Medien, darunter die "International Business Times" und die "Today"-Show von NBC, berichten übereinstimmend über Rivers' Kommentar. Demnach sagte sie über Klums Kleid: "The last time a German looked this hot was when they were pushing Jews into the ovens." Übersetzt: "Das letzte Mal, dass jemand aus Deutschland so heiß ausgesehen hat, war, als sie Juden in die Öfen geschoben haben."

Die amerikanische Anti-Defamation League (ADL), die sich gegen Antisemitismus und Diskriminierung von Juden einsetzt, verurteilte die Bemerkung als "abscheulich". In einer Mitteilung äußerte sich der Vorsitzende der Gesellschaft, Abraham Foxman, schockiert. Die Äußerung sei "geschmacklos und beleidigend für Juden und Holocaust-Überlebende" sowie für alle Amerikaner. Er könne nicht glauben, dass die Szene ausgestrahlt worden sei. Foxman, ein Holocaust-Überlebender, sagte, für Juden sei der Holocaust immer noch eine äußerst schmerzhafte Erinnerung.

Foxman kritisierte auch das Verhalten von Rivers Kollegen Giuliana Rancic, Kelly Osbourne und George Kotsiopoulos, die mit ihr die Sendung moderieren. Keiner von ihnen habe auf die Entgleisung reagiert. Dadurch hätten sie sie legitimiert. Die Organisation habe dem Sender einen Brief geschrieben, in dem sie eine Entschuldigung von Rivers fordert.

Doch davon ist Joan Rivers offenbar weit entfernt. "Mein Ehemann hat den Großteil seiner Familie in Auschwitz verloren", sagte sie dem "Hollywood Reporter". Sie habe immer schon die Menschen mit Humor an den Holocaust erinnert. "Ich bin die lustigste Jüdin, die nicht in den Gaskammern gelandet ist", sagte Rivers einmal. Sie ist Tochter jüdischer Eltern.

Es ist nicht das erste Mal, dass Rivers mit dieser Art von Humor aneckt: 2012 hatte der Comedy-Star einen Verlag, der sich gegen die Veröffentlichung ihres Buches entschieden hatte, mit dem Nazi-Regime verglichen. Auch damals beschwerte sich die ADL über Rivers. Diese hatte die Kritik mit einer ähnlichen Argumentation wie nun beim Klum-Vergleich zurückgewiesen.

Rivers bekam Mitte der Achtziger als erste Frau eine Late-Night-Show auf einem US-Network. Später brachte ihr die "Joan Rivers Show" einen Emmy und einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame ein. Seit Jahren kommentiert die 79-Jährige Preisverleihungen wie die Oscars oder die Golden Globes. Charmant ist sie dabei selten. Erst am Mittwoch hatte sie in der Show von David Letterman über Gewicht und Aussehen von Sängerin Adele bei der diesjährigen Oscar-Verleihung gelästert.

gam

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