Polizeigewerkschaft in Miami Beyoncé? Ohne uns!

Der Auftritt von Beyoncé beim Superbowl ärgert manche US-Polizisten. In Miami fordert ein Gewerkschaftsvertreter jetzt den Boykott ihrer Konzerte.

AFP

Am 27. April tritt Beyconcé im Marlins Park von Miami auf. Es ist der Auftakt zu ihrer "Formation"-Welttournee, und die 34-Jährige wird das Baseballstadion mit seinen 37.000 Plätzen sicher voll bekommen. Das heißt aber nicht, dass es nur Zuspruch für die Show gibt. Schon jetzt hat nämlich eine Polizeigewerkschaft Miamis zum Boykott aufgerufen.

Die Miami Fraternal Order of Police habe abgestimmt, dass alle Mitglieder das Konzert boykottieren, heißt es in einer Mitteilung. Man werde dort nicht freiwillig arbeiten, sagte der Gewerkschaftschef Javier Ortiz dem Sender CBS. "Nicht für eine Frau, die eine Botschaft sendet, die sich gegen die Polizei richtet."

Hintergrund der Aussage: In der Halbzeitpause des Superbowl - eine der prominentesten Bühnen der Welt - hatte Beyoncé ihren Song "Formation" gespielt. Ihre Tänzerinnen trugen Outfits, die an die Black-Panther-Bewegung erinnerten. Im Video zu dem Song sitzt die Sängerin auf einem versinkenden Auto der Polizei von New Orleans - eine Anspielung auf die Folgen von Hurrikan "Katrina": Die Überflutung der Stadt 2005 ist zum Symbol geworden für die Ignoranz der Bundesbehörden, wenn es um das Schicksal der schwarzen US-Bevölkerung (mehr zu Beyoncés politischer Botschaft lesen Sie hier).

Gewerkschaftsboss Ortiz sieht in Beyoncés Verhalten einen Affront. Die Miami Fraternal Order of Police forderte Polizisten in anderen US-Städten auf, es ihr gleichzutun und die Konzerte der Sängerin zu boykottieren. Wie die "Washington Post" berichtet, werden Konzerte und andere Veranstaltungen in Miami üblicherweise mit Polizisten besetzt, die sich freiwillig für den Job melden.

Laut "Miami Herald" geht es vor allem um Patrouillen um das Stadion herum. Sprecher der Polizei machten in allen Medien schnell klar, dass Beyoncés Konzert natürlich ordentlich besetzt werde. Ortiz spreche nur für die Gewerkschaft, nicht für die Polizei der Stadt.

hut



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