Country Awards Und plötzlich steht da Beyoncé

Country-Musik und eine schwarze Popdiva? Das geht in den USA eigentlich so gar nicht zusammen. Bei einer Preisverleihung in Tennessee zeigte Beyoncé nun: Doch, das geht!

AFP

Beyoncé hat sich für einen Abend auf ungewohntem Terrain bewegt: Überraschend trat sie am Mittwoch bei der Preisverleihung der Country Music Association in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee auf. Gemeinsam mit der Band "Dixie Chicks" spielte sie dort ihre Country-inspirierte Nummer "Daddy Lessons".

Der Auftritt war nicht angekündigt. Plötzlich stand Beyoncé auf der Bühne und rief zusammen mit den Dixie Chicks "Texas" - eine Hommage an den gemeinsamen Heimatstaat der Musikerinnen.

Die Darbietung kann auch als Kommentar zu den Rassenproblemen in den USA verstanden werden: Country-Musik ist eine traditionell weiße Domäne, Beyoncé ist eine der wenigen afroamerikanischen Künstlerinnen, die bisher bei den alljährlich vergebenen Awards auftraten. Anders als bei den MTV Video Music Awards im August, als bei ihrer Bühnen-Show eine Schießerei nachgestellt wurde, sparte sie sich in Nashville allzu deutliche politische Statements.

In den sozialen Netzwerken gab es überwiegend positive Reaktionen, aber einige Country-Fans hinterließen wütende und teils rassistische Kommentare. Auch für die Dixie Chicks sind Anfeindungen nichts Neues: Im Jahr 2003 hatten Country-Fans das Trio boykottiert, nachdem Frontfrau Natalie Maines US-Präsident George W. Bush für den Krieg im Irak kritisiert hatte.

Als weiterer Überraschungsgast trat Taylor Swift auf. Die Popsängerin hatte ihre Karriere als Country-Musikerin begonnen und war in Nashville mehrfach ausgezeichnet worden. Nun hielt sie die Laudatio in der Kategorie "Entertainer des Jahres", die Sänger Garth Brooks gewann.

Brooks ist der Popstar der Country-Szene. Mehr als 160 Millionen Alben hat der Mann aus Oklahoma verkauft. Mit dem Titel "Entertainer des Jahres" ist er nun schon zum fünften Mal ausgezeichnet worden.

Country-Ikone Dolly Parton nahm den Preis für ihr Lebenswerk im knallgelben Kleid entgegen. Ihr zu Ehren sangen Carrie Underwood, Kacey Musgraves, Reba McEntire, Martina McBride und Jennifer Nettles einen ihrer größten Hits: "I Will Always Love You".

Zu den weiteren Preisträgern des Abends gehörten Eric Church (Album des Jahres), Little Big Town (Band des Jahres), Carrie Underwood (Sängerin des Jahres) und Chris Stapleton (Sänger des Jahres). Die Trophäen wurden in der Country-Hochburg Nashville zum 50. Mal verliehen.

hut/AP/dpa/AFP

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