Beyoncé vs. Lindsay Mehr Raum für die Diva

Beyoncé kommt, die Lohan geht: Auf einem Konzert in Singapur hat R&B-Sängerin Knowles den Superstar raushängen lassen. Sie verscheuchte Lindsay Lohan aus einer Garderobe, die sie ganz selbstverständlich für sich beanspruchte.

AP

Los Angeles - Alles lief super für Lindsay Lohan. Der Sender Channel 4 hatte sie für die Moderation des "F1 Rocks"-Konzerts in Singapur engagiert, die Proben liefen und sie hatte sich bereits die größte Garderobe vor Ort gesichert. Doch sie hatte nicht mir dem Star der Veranstaltung gerechnet.

Mit einer 70-köpfigen Entourage im Schlepptau war R&B-Sängerin Beyoncé Knowles angereist und beanspruchte Raum, sehr viel mehr Raum, als angenommen. Mehrere große, gut gebaute Bodyguards machten der zierlichen Lohan unmissverständlich klar, dass sie die Gemächer der nahenden Soul-Diva zur Verfügung stellen müsse.

"LiLo" war offenbar nicht nach Kämpfen zumute - sie trat zerknirscht den Rückzug an. Dem britischen "Daily Mirror" sagte sie nach dem Eklat: "Ich war ein bisschen down. Das war ein seltsamer Abend. Alle waren aggressiv und gingen mir auf die Nerven. Ich fand es wirklich blöd."

Dass es Probleme geben würde, schien gleichwohl vorprogrammiert. In ihrem 139 Seiten langen Vertrag hatte Beyoncé sehr genau ausgeführt, wie sie sich ihre ideale Garderobe vorstellt: Ganz in weiß dekoriert solle sie sein, mit authentischen Kissen aus der Region und mindestens vier beleuchteten Spiegeln an der Wand. Außerdem auf der Wunschliste: sechs Umkleiden, eine Turnhalle mit Fitness-Ausrüstung, frische Früchte, Tee und Honig für die Dame, Champagner und Wodka für das Team.

Auch auf der Bühne war keineswegs Bescheidenheit angesagt: Ein Dutzend Windmaschinen sorgten für eine steife Brise, so heftig, dass Knowles ein angeblich 250.000 Pfund teures Schmuckstück vom Ohr gerissen wurde. Offenbar um dem Fußvolk eine ähnlich katastrophale Erfahrung zu ersparen, verweigerte sie ihren Background-Sängern bei tropischen Temperaturen die Nutzung der mächtigen Ventilatoren.

Der ebenfalls auftretende britische DJ Seb Fontaine war empört über das unkollegiale Verhalten. Er sagte dem "Daily Star Magazine": "Man sagte uns, 'Das sind Beyoncés Ventilatoren'. Dabei wollte ich doch nicht auf ihrem Schlagzeug spielen oder so, sondern es einfach ein bisschen kühler haben." Auch die Band Black Eyed Peas und Gwen Stefani traten im Fort Canning Park auf - machten aber offenbar weniger Aufhebens um ihre Person.

Immerhin: Dem Publikum waren die Starallüren mehr als egal: Es feierte Beyoncés musikalische Hommage an Michael Jackson frenetisch. "Ich möchte Michael für alles danken, was er mir und allen anderen beigebracht hat", flötete die Sängerin. Wahrscheinlich auch für das ganz große Backstage-Kino.

ala



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