Bill Murray Der glücklichste Mensch der Welt

Die Chicago Cubs holen die World Series, zum ersten Mal nach 108 Jahren. Und niemand freut sich so rührend über den Sieg des Baseballteams wie Bill Murray.

AFP

Ob es nur der Champagner ist, der seine Wangen herunterläuft? Oder sind schon wieder Glückstränen dabei? Der Mann in dem dunkelblauen Poloshirt ist aufgelöst. Er weiß gar nicht, wohin mit sich. Er ist sichtlich betrunken. Aber auch trunken vor Glück. Bill Murray steht neben sich, weil seine liebste Baseballmannschaft, die Chicago Cubs, gerade die World Series gewonnen hat. Zum ersten Mal seit 108 Jahren. Zum ersten Mal seit 39.466 Tagen.

"Willkommen zurück in der Umkleide der Chicaco Cubs", schludert Murray mit belegter Stimme in ein Mikrofon des Senders Fox, das dem Siegestaumelnden offenbar einfach jemand in die Hand gedrückt hat. "Ich bin hier mit Theo Epstein, er ist der Boss. Gibt es jemanden, dem du Hallo sagen willst?"

"Ja", sagt Cubs-Präsident Epstein. "Dir." Dann ergießt sich die nächste Champagnerdusche in das Gesicht des 66-Jährigen. "Das brennt", sagt Murray. "Aber es brennt schön. Dafür bekomme ich jetzt sicherlich eine zehntägige Probemitgliedschaft oder so was." Die beiden Männer kuscheln sich aneinander.

Während Epstein sich bei Gott und der Welt bedankt, reibt sich Murray die rotgeweinten, mit Champagner getränkten Augen. Trinkt, reibt, trinkt. Als wolle er diesen glorreichen Moment in Alkohol konservieren. In seiner Freude ist der Schauspieler nicht allein: In Chicago bejubeln Tausende Cubs-Fans auf den Straßen vor dem heimischen Wrigley Field den Titelgewinn. Der Sieg im hochklassigen Spiel gegen die Cleveland Indians ist mit 8:7 knapp ausgefallen.

Schon während des Matchs haben Fernsehkameras immer wieder die Qualen und den Jubel Murrays festgehalten. Nach dem Spiel teilten Tausende Twitter-Nutzer die Reaktionen des Filmstars, der über den Sieg seiner Mannschaft so aus dem Häuschen war.

Schon im Vorfeld hatte Murray mit seiner Unterstützung für die als "loveable losers" verschriene Mannschaft für Aufsehen gesorgt. Überraschend erschien er im Oktober im Pressesaal des Weißen Hauses und diskutierte mit den Journalisten über die Chancen seines Teams auf die Baseballmeisterschaft. Dann ging es zum Gespräch mit Präsident Barack Obama - dem bekennenden Fan der Rivalen Chicago White Sox.

Ob der mächtigste Mann und der liebenswerteste Komiker der Welt in ihrer Lokalrivalität zusammengekommen sind, ist bis heute ein Geheimnis. Auf Twitter gab sich Obama nach dem Sieg der Cubs aber sportsmännisch: "Es ist passiert. Die Chicago Cubs haben die World Series gewonnen. Wollt ihr noch ins Weiße Haus kommen, bevor ich es verlasse?"

cnn



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