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Päpstlich verordnete Auszeit: Tebartz-van Elst will nach Limburg zurück

Bischof Tebartz-van Elst: Priesterseminarleiter in Plauderlaune Fotos
DPA

Kein Hass, keine Verbitterung, nur Enttäuschung. Der derzeit beurlaubte Limburger Bischof Tebartz-van Elst will nach Auskunft eines Glaubensbruders sein Amt wieder aufnehmen. "Er ist bereit zur Versöhnung", sagte der Rektor des päpstlichen Priesterkollegs, Franz Xaver Brandmayr, in einem Interview.

Hamburg/Limburg - Verschwendung? Protzerei? Falschinformationen? Glaubt man den Aussagen von Franz Xaver Brandmayr, dann wirft sich der umstrittene Bischof Tebartz-van Elst nichts davon vor. Im Gegenteil: Brandmayr, Leiter des päpstlichen Priesterkollegs in Rom, bei dem Tebartz-van Elst während seines Papstbesuchs wohnte, schildert ihn als einen Mann mit reinem Gewissen: "Er ist wohl aber enttäuscht, von anderen, die sich in ihrer Verantwortlichkeit plötzlich abputzen."

Brandmayr berichtet in einem Interview mit der Zeitung "Österreich am Sonntag" ausführlich über die seelische Verfassung von Tebartz-van Elst. Um dessen Gemütszustand müsse man sich demnach keine Sorgen machen. Nach Aussagen seines Bekannten ist er nicht verbittert, auch gebe es "keine Spur von Bosheit oder Hass".

Er spreche ausdrücklich im Namen von Tebartz-van Elst, so Brandmayr. Und dieser habe gesagt, dass er gern nach Limburg zurückkehren würde. "Er ist bereit zur Versöhnung", sagt der Rektor des päpstlichen Priesterkollegs "Anima" in Rom, "und es wäre schön, wenn es der katholischen Kirche gelänge, alles zu klären, und es sich schließlich zeigt, dass alles korrekt gelaufen ist."

"Limburg ist schließlich keine arme Diözese"

Momentan ist Tebatz-van Elst auf Geheiß von Papst Franziskus von seinem Bischofsamt beurlaubt und hat sichin die Benediktinerabtei Metten in Niederbayern zurückgezogen. Er war wegen seines Führungsstils und der drastisch gestiegenen Kosten für die neue Bischofsresidenz in die Kritik geraten. Bei den Baukosten war anfangs von 2,5 Millionen Euro die Rede gewesen, mittlerweile liegen sie bei mindestens 31 Millionen Euro.

Brandmayr nimmt den Geistlichen gegen die Vorwürfe in Schutz. Ob Kosten wirklich entglitten seien, müssten die eingeleiteten Untersuchungen zeigen. "Das Geld ist ja auch da, Limburg ist schließlich keine arme Diözese. Dem Bischof kann ja auch keiner vorwerfen, dass er sich persönlich bereichert hat", sagte Brandmayr.

Warum der Bischof mit Ryanair flog

Laut Brandmayrs Ausführungen ist auch der Papst nicht böse auf den "Bling-Bling-Bischof". Kurz nach der Audienz des Limburger Bischofs beim Papst habe er mit Tebartz-van Elst gesprochen. "Es gab keinen Tadel, sondern Verständnis und das gemeinsame Bemühen, eine Lösung und Klärung zu finden", sagte Brandmayr in dem Interview.

Brandmayr zeigte sich gegenüber "Österreich am Sonntag" redselig. So plauderte er auch über die Beweggründe Tebartz-van Elsts, einen Schnäppchenflieger von Ryanair für die Reise nach Rom zu buchen. Der Bischof habe das keineswegs getan, "weil er besonders billig fliegen oder Buße tun wollte". Sondern: "Die Lufthansa hatte ihn angerufen, dass Journalisten am Flughafen und im Flugzeug sein werden. Dann hat er rasch umgebucht."

cst/dpa

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1. Ja
fuenfringe 02.11.2013
Zitat von sysopDPAKein Hass, keine Verbitterung, nur Enttäuschung. Der derzeit beurlaubte Limburger Bischof Tebartz-van Elst will nach Auskunft eines Glaubensbruders sein Amt wieder aufnehmen. "Er ist bereit zur Versöhnung", sagte der Rektor des päpstlichen Priesterkollegs, Franz Xaver Brandmayr, in einem Interview. Bischof Tebartz-van Elst will nach Limburg zurückkehren - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/leute/bischof-tebartz-van-elst-will-nach-limburg-zurueckkehren-a-931457.html)
hat der noch alle Tassen im Schrank?
2. ER ist bereit
Blaufrosch 02.11.2013
Wie grosszügig von ihm! Ist er jetzt plötzlich das arme Opfer? Die Wahrnehmung des H. van Elst ist wohl etwas missverständlich...
3.
Caldwhyn 02.11.2013
Zitat von sysopDPAKein Hass, keine Verbitterung, nur Enttäuschung. Der derzeit beurlaubte Limburger Bischof Tebartz-van Elst will nach Auskunft eines Glaubensbruders sein Amt wieder aufnehmen. "Er ist bereit zur Versöhnung", sagte der Rektor des päpstlichen Priesterkollegs, Franz Xaver Brandmayr, in einem Interview. Bischof Tebartz-van Elst will nach Limburg zurückkehren - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/leute/bischof-tebartz-van-elst-will-nach-limburg-zurueckkehren-a-931457.html)
Was? Aus Wikipedia: "In der katholischen Theologie ist die individuelle Versöhnung eng verknüpft mit der aus Beichte und Buße folgenden Absolution." Wie wärs erst mal mit Beichte und Buße? Ohne Reue übrigens keine Beichte und davon merkt man bei jemandem, der jetzt schon großzügig verkündet, ER sei ja bereit zur Versöhnung nunmal noch gar nichts. Wie wärs denn, wenn wir von vorne anfangen Herr Bischof? So klingt das ganze nach "Ich bin bereit euch armen Schafen zu vergeben, denn ich hab ja nix falsch gemacht sondern ihr." Na danke. Nichts gemerkt offensichtlich.
4. so so...
ferdi111 02.11.2013
Na prima - dann ist ja alles klar! Juhe...ja so soll es sein auf dieser Welt...lol!
5.
THINK 02.11.2013
Zitat von sysopDPAKein Hass, keine Verbitterung, nur Enttäuschung. Der derzeit beurlaubte Limburger Bischof Tebartz-van Elst will nach Auskunft eines Glaubensbruders sein Amt wieder aufnehmen. "Er ist bereit zur Versöhnung", sagte der Rektor des päpstlichen Priesterkollegs, Franz Xaver Brandmayr, in einem Interview. Bischof Tebartz-van Elst will nach Limburg zurückkehren - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/leute/bischof-tebartz-van-elst-will-nach-limburg-zurueckkehren-a-931457.html)
Man nur noch fassungslos den Kopf schütteln, über einen so ausgeprägten Realitätsverlust.
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