Ex-Bischof von Limburg Bistum will Tebartz' doppelte Bezüge prüfen

Der einstige Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat einen neuen Job in Rom - sein opulentes Ruhestandsgeld bekommt er trotzdem weiter. Das Bistum Limburg will nun prüfen, ob die Zahlungen verrechnet werden können.

Tebartz-van Elst im Jahr 2013: Geld aus Limburg und aus Rom
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Tebartz-van Elst im Jahr 2013: Geld aus Limburg und aus Rom


Sein Protzbau in Limburg hatte deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt. Schließlich musste Franz-Peter Tebartz-van Elst auf sein Amt als Bischof verzichten. Inzwischen arbeitet er in Rom als Delegat im Päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung.

Das Bistum Limburg will nun prüfen, ob die neuen Einkünfte in Rom mit den Ruhestandsbezügen verrechnet werden können, die Tebartz-van Elst aus Limburg erhält. Nach Angaben der Katholischen Nachrichtenagentur will der Apostolische Administrator, Weihbischof Manfred Grothe, das Thema kommende Woche im Vatikan ansprechen.

Die Ruhestandsbezüge sollen bei etwa 6800 Euro liegen - das sind 71 Prozent seines Bischofsgehalts. Die Stelle in Rom soll mit mehr als 3000 Euro dotiert sein.

Tebartz-van Elst hatte im Oktober 2013 dem Papst seinen Rücktritt vom Amt des Limburger Bischofs angeboten. Papst Franziskus nahm den Rücktritt am 26. März 2014 an.

Bistum versucht Neuanfang

Der Päpstliche Rat, für den Tebartz-van Elst inzwischen arbeitet, wurde 2010 von Papst Benedikt XVI. gegründet. Seine Aufgabe: Die Verkündung des Evangeliums im Hinblick auf aktuelle gesellschaftliche Veränderungen. Heißt: Der Päpstliche Rat soll sich laut Radio Vatikan besonders um jene Länder kümmern, in denen der katholische Glaube zwar traditionell stark verwurzelt ist, die jedoch auch besonders viele Kirchenaustritte hinnehmen mussten.

Das Bistum Limburg versucht unterdessen den Neuanfang: Der luxuriöse Bischofssitz von Tebartz-van Elst wird künftig öffentlich zugänglich sein. Doch erst nach der kompletten Aufarbeitung der Affäre soll das Bistum einen neuen Oberhirten bekommen. "Rom möchte, dass wir aufräumen und der neue Bischof in eine aufgeräumte Situation kommt", sagte der Apostolische Administrator Manfred Grothe, der das Bistum seit dem Abgang des Bischofs vor einem Jahr leitet. "Der neue Bischof soll nicht gleich verbrannt sein, wenn das Feld noch nicht bereitet ist."

Erst müsse das Bistum zur Normalität zurückkehren und das erheblich beschädigte Vertrauen wieder aufgebaut werden. Eine Kandidatenliste oder einen Zeitplan für den neuen Oberhirten gebe es bislang nicht.

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Limburg: Wie es im "Diözesanen Zentrum" aussieht

hda/dpa

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