Blitzscheidung Amy Winehouse kauft sich frei

Immer gut für Schlagzeilen: Sängerin Amy Winehouse und Blake Fielder-Civil füllen seit Jahren die Klatschseiten mit Drogenexzessen, Prügeleien - und ihren Ehestreitigkeiten. Nun sind die beiden geschieden. Doch die Sängerin muss für ihre Freiheit zahlen.


London - Das Hickhack um die Trennung zog sich Monate hin, die Scheidung ging blitzschnell. Die skandalumwitterte britische Sängerin Amy Winehouse, 25, und ihr bisheriger Ehemann Blake Fielder-Civil, 27, sind am Donnerstag in einem Schnellverfahren geschieden worden. Ein Londoner Gericht erließ einen vorläufigen Erlass, der nach sechs Wochen und einem Tag automatisch rechtskräftig ist - wenn keiner Einspruch erhebt.

Das Paar erschien nicht vor Gericht. Winehouse akzeptierte die Scheidung und wandte nichts dagegen ein, die Kosten für das Verfahren zu übernehmen. Unklar war aber, ob ihr Ex einen Teil ihres Vermögens bekommt, das auf rund 5,8 Millionen Euro geschätzt wird. Einem Bericht zufolge hatte Fielder-Civil eine Million Pfund gefordert, damit er kein Enthüllungsbuch über die Ehe schreibt.

Der Sprecher der Sängerin sagte dem "Daily Mirror", Amy gehe es gut. Sie konzentriere sich jetzt auf die Zukunft und beende ihr neues Album. "Nach dem Ende der Ehe ist sie bereit, nach vorne zu schauen", so der Sprecher. Sie hätte seit Monaten keinen Kontakt mehr mit Fielder-Civil gehabt.

Die gut zweijährige Ehe verlief sehr turbulent: Nachdem sich das Paar 2005 in einer Londoner Bar kennengelernt hatte, heiratete es im Mai 2007 vor wenigen Freunden in Miami. Während beide am Anfang von der großen Liebe schwärmten, zeichneten sich bald Probleme ab. Vor allem weil sowohl Winehouse als auch Fielder-Civil trotz Drogenentzugs immer wieder rückfällig wurden.

Grund für die Scheidung: Amys Ehebruch. Fielder-Civil hatte nach eigenen Angaben ihre Untreue satt und im Januar die Scheidung eingereicht. Winehouse habe ihm im April vergangenen Jahres den Ehebruch gestanden, seitdem wohnten sie nicht mehr zusammen, gab Fielder-Civil in einem Fragebogen für das Gericht an. Es sei "unerträglich, mit dem Antragsgegner zusammenzuleben", hieß es in dem Papier.

Genauso wie die fünffache Grammy-Preisträgerin machte ihr Ex-Mann immer wieder mit Drogen- und Alkoholeskapaden Schlagzeilen. Einen großen Teil des vergangenen Jahres verbrachte Fielder-Civil hinter Gittern. Er war wegen tätlichen Angriffs auf einen Pub-Inhaber und späteren Vertuschungsversuchen verurteilt worden.

Winehouse suchte derweil Erholung auf der Karibikinsel St. Lucia, wo sie sich monatelang aufhielt und an einem neuen Album arbeiten wollte. Denn seit "Back to Black", ihrem Erfolgsalbum aus dem Jahr 2006 mit Hits wie "Rehab", hatte sie keine neue Platte mehr gemacht.

Auf Konzerten wurde Winehouse oft ausgebuht, weil sie sich kaum auf den Beinen halten konnte. Doch auch aus St. Lucia gab es immer wieder Berichte, dass Winehouse sämtliche Urlauber und Bewohner mit ihrer Alkoholsucht verärgerte. Außerdem wurde sie angeklagt: Winehouse soll einen Fan geschlagen haben. Die Frau hatte angeblich nach einem gemeinsamen Foto mit der Sängerin gefragt.

Ihre Eltern sorgten sich um ihre Gesundheit. Zuletzt hatte Vater Mitch gesagt, dass seine Tochter ihre Probleme leugne. Die Aussicht, dass die Ehe weitergehen könnte, nannte er damals eine "Horrorvorstellung". Die Eltern hatten dem Musikvideoproduzenten Fielder-Civil stets eine Mitschuld an der Drogensucht ihrer Tochter gegeben.

siu/dpa



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