Insolvenzverfahren gegen Tennislegende Boris Becker droht neuer Ärger

Das britische Wirtschaftsministerium will nach SPIEGEL-Informationen eine Insolvenzbeschränkung gegen Boris Becker erwirken. Das könnte für den 51-Jährigen weitreichende Konsequenzen haben.

Boris Becker
DPA

Boris Becker

Von Thilo Neumann


Boris Becker bekommt in seinem laufenden Insolvenzverfahren nun Ärger mit der britischen Regierung. Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, hat das Wirtschaftsministerium einen Antrag auf Insolvenzbeschränkung gegen den 51-Jährigen bei Gericht eingereicht. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+.)

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 50/2018
Das Drama um Boris Becker

"Wir können bestätigen, Boris Becker schriftlich über die Pläne des Wirtschaftsministers informiert zu haben, eine Insolvenzbeschränkung gegen ihn anzustreben", heißt es in einer Mitteilung der staatlichen Insolvenzbehörde, die dem Wirtschaftsministerium untersteht. Nach SPIEGEL-Informationen wird noch vor Weihnachten über den Antrag verhandelt.

Eine Insolvenzbeschränkung, im Englischen Bankruptcy Restriction Order (BRO), kann angeordnet werden, wenn das Verhalten des Schuldners in einem Konkursverfahren als unehrlich oder leichtsinnig eingestuft wird. Mögliche Gründe sind zum Beispiel Vermögensverschwendung oder betrügerisches Verhalten.

Gibt das Gericht dem Antrag des Wirtschaftsministeriums statt, drohen Becker weitreichende Konsequenzen. Unter anderem erschwert eine BRO einem Schuldner für bis zu 15 Jahre, an einen Kredit über mehr als 500 Pfund zu gelangen oder ein Unternehmen zu führen.

Beckers Insolvenzverfahren läuft seit Juni 2017; 14 Gläubiger haben Forderungen von 61,5 Millionen Euro angemeldet. Der Insolvenzverwalter hatte sich in diesem Jahr über Beckers mangelnde Kooperationsbereitschaft beschwert. Zudem hatte es Irritationen um die Frage gegeben, ob Becker aufgrund eines angeblichen Diplomatenstatus Immunität genießt; jüngst hatte er allerdings mitgeteilt, sich nicht mehr darauf zu berufen.

insgesamt 24 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ziehenimbein 07.12.2018
1. Ist es nur Einfalt oder doch Berechnung?
Wie kann man nur soviel Geld verballern und dann nicht dazu stehen? Die Posse, sich als Attaché für Sport, Kultur und Humanitäres eines der ärmsten Länder zu bezeichnen, bloß weil man ein paar Pfund für einen entsprechenden Pass bezahlt hat (so wird es ja wohl gelaufen sein), ist ja an Blödheit kaum zu übertreffen. Wie verzweifelt muss man sein, damit man so einen Humbug veranstaltet? Womöglich findet sich noch jemand der das mal verfilmt. Ich denke, dass Herr Becker sicher noch einigermaßen gut leben kann, wenn er durch das Verfahren durch ist; als Kommentator wird er bestimmt noch gebucht werden. Vielleicht sollte er mal das Thema Familienplanung abschließen, das wäre ein Schritt in die richtige Richtung.
From7000islands 07.12.2018
2. Tragisch
Boris Becker, ein Lebenskünstler mit grossartiger Vergangenheit als Sportler. Becker spürt nicht den Hauch der realen Welt, die keinen Pardon kennt, wenn man nicht liefert. Eigentlicher ein naiver Mensch in seiner Traumwelt. Ich bin echt traurig, dass es so kommen musste. Die richtige Frau als Ersatz Mutter und Leiterin seines Lebens hat er nicht gefunden. Der Mann wird möglicherweise schlimm enden.
Alias iacta sunt 07.12.2018
3. Schon dumm , diese Grossmannsucht des BB
Zitat von ziehenimbeinWie kann man nur soviel Geld verballern und dann nicht dazu stehen? Die Posse, sich als Attaché für Sport, Kultur und Humanitäres eines der ärmsten Länder zu bezeichnen, bloß weil man ein paar Pfund für einen entsprechenden Pass bezahlt hat (so wird es ja wohl gelaufen sein), ist ja an Blödheit kaum zu übertreffen. Wie verzweifelt muss man sein, damit man so einen Humbug veranstaltet? Womöglich findet sich noch jemand der das mal verfilmt. Ich denke, dass Herr Becker sicher noch einigermaßen gut leben kann, wenn er durch das Verfahren durch ist; als Kommentator wird er bestimmt noch gebucht werden. Vielleicht sollte er mal das Thema Familienplanung abschließen, das wäre ein Schritt in die richtige Richtung.
Aber um es so weit hinzutreiben, haben auch vielste Berater und Mitläufer, nach kräften mitgewirkt und die Hand auf gehalten. Wer 25% Zinsen für einen Millionenkredit verlangt ist mindestens genauso unseriös und habgierig, wie der Kreditnehmer dumm ist. Mich würde mal interessieren, ob Berater und Anwälte haftbar sind, wenn sie falsch beraten oder nicht vor massiven Finanzproblemen warnen. Zum weiteren denke ich man sollte gar nicht zulassen, dass ein unter 21 jähriger in einen Millionenzahlsport zugelassen wird. Er ist ja fast noch ein Kind gewesen und mit dem vielen Geld bzw. Umgang total überfordert. Das sieht man häufigst bei solchen Teeniestars.
dasfred 07.12.2018
4. Unterbezahlt
Mit dem, was Becker nach der Tenniskarriere alles an die Unterhaltungsmedien geliefert hat, müsste man doch alle Schulden locker zahlen können. Allein das Insolvenzverfahren ist für manchen Verlag eine Goldgrube. Noch mehr Aufmerksamkeit kann er nur noch mit Claudia Effenberg oder Olivia Jones erregen. Vielleicht ist er ja dieses Jahr endlich reif für das Dschungel Camp.
ge1234 07.12.2018
5. Na ja...
Zitat von Alias iacta suntAber um es so weit hinzutreiben, haben auch vielste Berater und Mitläufer, nach kräften mitgewirkt und die Hand auf gehalten. Wer 25% Zinsen für einen Millionenkredit verlangt ist mindestens genauso unseriös und habgierig, wie der Kreditnehmer dumm ist. Mich würde mal interessieren, ob Berater und Anwälte haftbar sind, wenn sie falsch beraten oder nicht vor massiven Finanzproblemen warnen. Zum weiteren denke ich man sollte gar nicht zulassen, dass ein unter 21 jähriger in einen Millionenzahlsport zugelassen wird. Er ist ja fast noch ein Kind gewesen und mit dem vielen Geld bzw. Umgang total überfordert. Das sieht man häufigst bei solchen Teeniestars.
... in Beckers Fall war wohl nicht die -zweifellos vorhandene- Dummheit der Grund für die Kreditaufnahme mit 25% Zinsen, sondern eher die pure Not und Verzweiflung. Und was sein Alter anbelangt, so hat er sein Vermögen ja auch nicht in seinen Jugendjahren verpulvert, sondern eher erst die letzten 20 Jahre.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.