Anwalt von Boris Becker über Insolvenzverfahren "Zugegebenermaßen ungewöhnlich"

Der Anwalt von Boris Becker sagt: Sein Mandant sei nicht wegen seiner Finanzprobleme Diplomat geworden. Der Ex-Tennisstar äußerte sich ebenfalls zu seinem Posten als Attaché der Zentralafrikanischen Republik.

DPA

Rechtsanwalt Oliver Moser ist dem Verdacht entgegengetreten, Boris Becker habe ein diplomatisches Amt angenommen, um sein Insolvenzverfahren zu beenden. Sein Mandant sei "inhaltlich" von der Position überzeugt, sagte Moser.

Zuvor war bekannt geworden, dass Becker seinen Diplomatenstatus nutzen will, um sein Londoner Insolvenzverfahren zu beenden. Becker war im Juni 2017 von einem Konkursgericht in London wegen unbeglichener Schulden für zahlungsunfähig erklärt worden. Seit April ist der 50-Jährige Sport- und Kulturattaché der Zentralafrikanischen Republik.

Sein Mandant habe in den vergangenen Monaten versucht, mit der Gläubigerbank eine Lösung zu finden, hieß in einem Statement von Beckers Anwalt Moser. Doch das Geldhaus habe sich "jeglichem vernünftigen Kompromiss" verweigert. "Deshalb nun dieser Schritt, der zugegebenermaßen ungewöhnlich ist."

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Boris Becker: Up and down, up and down

Außerdem schrieb Moser: "Es ist aber nicht so, dass Herr Becker das diplomatische Amt übernommen hat, um auf diese Weise das Insolvenzthema zu lösen - er ist nach wie vor inhaltlich davon überzeugt."

Die Entscheidung, ein Insolvenzverfahren gegen ihn einzuleiten, sei "sowohl ungerechtfertigt als auch ungerecht", sagte Becker laut einem Statement der Londoner Kanzlei Sal & H. Er berufe sich auf seine Immunität, um "diese Farce zu einem Ende zu bringen" und damit er anfangen könne, sein "Leben wieder aufzubauen".

"Ungemein stolz"

Becker teilte zudem mit, er sei "ungemein stolz" auf seinen Posten. "Sport ist unglaublich wichtig in Afrika und wird schnell zu einer universellen Sprache, einer Art sozialen Diplomatie und einem Gleichmacher zwischen Menschen aus ganz verschiedenen und ungleichen Milieus auf der ganzen Welt."

Seine diplomatische Rolle, so Becker, ermögliche ihm "etwas Bedeutsames an Sportfans in einer der ärmsten Regionen der Welt zurückzugeben". Becker soll laut "Guardian" ein eigenes Büro in der Botschaft des afrikanischen Landes in Brüssel bekommen.

Video: Gefallener Held - Boris Beckers Biografie

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jpz/hut

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