Mayweathers Haftbeschwerde: Melissa, ihm schmeckt's nicht

Box-Weltmeister, Großmaul, Häftling - das ist Floyd Mayweather Jr. Im Knast hat der Champion nun eine harte Zeit: Die Verpflegung dort ist nicht nach seinem Geschmack. Seine Beschwerde ist nun allerdings gescheitert. Spott von der Staatsanwaltschaft gab's noch obendrauf.

Floyd Mayweather Jr.: Großmaul und Häftling Fotos
REUTERS

Hamburg - Von seinen 43 Profikämpfen gewann er 43. Und was das Verhältnis von erzielten und kassierten Treffern angeht, boxt niemand effektiver als er: Floyd Mayweather Jr. gilt derzeit als der wohl beste Boxer der Welt. Doch der 35-Jährige ist auch als Großmaul verschrien. Außerhalb des Rings ist er weniger diszipliniert.

Ende Dezember bekannte sich Mayweather vor einem Gericht in Las Vegas schuldig, die Mutter seiner Kinder attackiert zu haben. Einen Kampf durfte er noch bestreiten, Anfang Juni trat er dann seine knapp dreimonatige Haftstrafe wegen häuslicher Gewalt an.

Nur zehn Tage später hatte er offenbar genug vom Knastleben im Clark County Detention Center. Sein Arzt Richard Voy untersuchte ihn am vergangenen Freitag im Gefängnis - und äußerte sich hinterher besorgt über den Zustand des Boxers. Mayweather habe bereits Muskelmasse verloren, so Voy. Der Champion nehme täglich nur 800 Kalorien zu sich statt der gewohnten 3000 bis 4000. Mayweather trinke auch nicht genug, weil er kein abgefülltes Wasser bekomme und ihm Leitungswasser nicht schmecke.

Mayweather muss 23 Stunden täglich in Einzelhaft verbringen, die Gefängnisleitung will ihn aus Sicherheitsgründen nicht mit den anderen Häftlingen zusammenkommen lassen. Unter diesen Umständen habe er keine Chance zu trainieren, argumentierte Mayweather.

Er sei besorgt, dass Mayweather zurücktrete, schrieb Arzt Richard Voy, der Boxer könne Wut entwickeln, die sich nicht wie üblich durch intensives Training abbauen lasse. Mayweathers Anwalt stellte deshalb einen Antrag, seinen Mandanten aufgrund "unmenschlicher Bedingungen" aus der Haftanstalt zu entlassen und stattdessen unter Hausarrest zu stellen. Es bestehe die Gefahr, dass er nie wieder boxen könne.

Diesen Antrag schmetterte Richterin Melissa Saragosa am Mittwochabend ab. Der Champion muss im Gefängnis bleiben, urteilte sie. Er bekomme Wasser und esse nur deshalb nicht angemessen, weil er das zur Verfügung gestellte Essen ablehne.

Schon in der Anhörung hatte Staatsanwältin Lisa Luzaich gespottet: "Das ist das Gefängnis. Was hat er gedacht, wo er hinkommt? In das Hotel Vier Jahreszeiten?"

"Obwohl die Möglichkeiten und Zeiten für körperliches Training nicht seinen vorherigen Gewohnheiten entsprechen, steht ihm doch ausreichend Platz und Zeit für körperliche Aktivität zur Verfügung, falls er es möchte", begründete Richterin Saragossa ihre Entscheidung.

hut/AP/dpa

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