Verhunzte Ehrentafel für Fußball-Ikone Oder so ähnlich

Brandi Chastain ist eine Legende im US-Fußball. Nun ist sie für ihre Verdienste mit einer Tafel geehrt worden - und Beobachter fragen sich: Wer ist denn das auf der Plakette?

AP/Scott Strazzante/San Francisco Chronicle

Es ist einer der ikonischen Momente der US-Fußballgeschichte: Im Finale der WM 1999 tritt Brandi Chastain im Elfmeterschießen gegen China zum entscheidenden Schuss an - und trifft. Sie reißt sich das Trikot vom Leib und sinkt jubelnd auf die Knie. Dieses Bild ging um die Welt.

Wegen ihrer Verdienste wurde Chastain nun in der Sport-Ruhmeshalle der Region San Francisco mit einer Plakette geehrt. Der Text erläutert Chastains Werdegang und Karriere, beschreibt ihre Erfolge, darunter selbstverständlich auch den Finalelfmeter von 1999.

Aber all das ging unter, weil sich Betrachter eine Frage stellten: Wer zur Hölle ist die Person auf der Plakette? Mit Chastain hatte sie quasi gar keine Ähnlichkeit, Betrachter fühlten sich eher an den ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter oder Schauspieler Gary Busey erinnert. Chastain merkte an, die Darstellung sei nicht die schmeichelhafteste, aber sie freue sich trotzdem.

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Misslungene Statuen: Künstlerisch zweifelhaft

Die Ruhmeshalle teilte mit, auf den Plaketten werde keine "fotografische Ähnlichkeit" angestrebt. Das ist in jedem Fall gelungen. Die Aussage, man wolle an der Ehrentafel nichts ändern, hielt kaum einen Tag.

"Es ist richtig"

Dann gab die Ruhmeshalle bekannt, man werde die Plakette überarbeiten. Man habe Chastain um ein neues Foto als Vorlage gebeten. Sie habe zugesagt, eines zu schicken. "Es ist teuer, sagt Ruhmeshallen-Präsident Kevin O'Brien. "Aber es ist richtig, es zu tun."

Statuen, mit denen Prominente geehrt werden sollen, rufen öfter Befremden statt Begeisterung hervor. Fußballstar Cristiano Ronaldo musste viel Spott wegen einer Büste ertragen, die am Flughafen von Funchal auf Madeira aufgestellt wurde. Die Ähnlichkeit mit dem Sportler war eher marginal.

Und das Standbild von Schauspielerin Lucille Ball, Star der Fünfzigerjahre-Sitcom "I Love Lucy", sah so furchteinflößend aus, dass sie schnell den Spitznamen "furchterregende Lucy" weg hatte - und schließlich ersetzt wurde. Sehen Sie selbst.

ulz



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