Lobby-Verdacht Britische Regierung muss Briefe von Prinz Charles freigeben

Es ist ein großer Erfolg für den "Guardian": Seit sieben Jahren versucht die britische Zeitung, Einblick in Briefe von Prinz Charles an Ministerien zu bekommen. Nun hat ein Gericht die Politik zur Herausgabe verdonnert.

Prinz Charles auf dem Weg zu einem Gedenkgottesdienst in London: Briefe an Minister
REUTERS

Prinz Charles auf dem Weg zu einem Gedenkgottesdienst in London: Briefe an Minister


London - Die britische Regierung muss vertrauliche Briefe von Prinz Charles an Minister öffentlich machen. "Transparenz darüber, wie und wann Prinz Charles versucht, die Regierung zu beeinflussen" sei im öffentlichen Interesse, urteilten drei Richter des britischen Gerichtshofs für Informationsfreiheit.

Die Tageszeitung "The Guardian" hatte das Verfahren angestrengt. Sie versucht seit sieben Jahren Einblick in Briefe von 2004 und 2005 zu bekommen. Dementsprechend gilt das Urteil zunächst nur für die von der Zeitung angeforderten Schreiben.

In der britischen Monarchie hat das Königshaus keine politische Macht. Allerdings wird Königin Elizabeth II. regelmäßig von Premier und Kabinett informiert. Kritiker werfen Prinz Charles vor, seine Machtbefugnisse zu überschreiten und mit persönlichen Interventionen seine Ansichten über Ökologie, alternative Medizin und moderne Architektur durchsetzen zu wollen.

Mehrere britische Ministerien hatten sich geweigert, die Briefe herauszugeben. Eine Freigabe würde die ungeschriebenen Gesetze der Monarchie verletzen, argumentierten sie. Die Veröffentlichung könnte ihrer Sicht zufolge Charles davon abhalten, in Zukunft offene Worte zu wählen.

hut/dapd/AP



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