Musik von Britney Spears Der Piraten-Schreck

Britney Spears ist ein Synonym für unbeschwerte Popmusik und westliche Konsumkultur. Das kann man blöd finden - oder nutzen: Die britische Handelsmarine setzt die Musik der 31-Jährigen laut einem Zeitungsbericht zum Vertreiben somalischer Piraten ein.

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London - Es ist ein wenig schmeichelhafter Dienst fürs Königreich, aber einer muss ihn ja machen - wenn wohl auch eher unfreiwillig: Die Musik von Britney Spears wird offenbar zur Abschreckung somalischer Piraten genutzt, wie die britische Zeitung "The Mirror" berichtet.

"Diese Typen können die westliche Kultur oder Musik nicht ausstehen", sagte Rachel Owens, britische Offizierin der Handelsmarine, dem Blatt. "Das macht Britneys Musik perfekt." Die 34-Jährige begleitet dem "Mirror" zufolge regelmäßig Schiffe auf der Fahrt durch die gefährlichen Gewässer am Horn von Afrika. Immer wieder kommt es dort zu Angriffen und Schiffsentführungen durch somalische Piraten. Allein im Jahr 2011 hatte es weit über hundert Angriffe gegeben.

Demnach zeigten sich die Hits "Oops! I Did It Again" und "Toxic" besonders wirkungsvoll im Einsatz gegen Kriminelle. Damit die Crew keinen Britney-Koller bekommt, werden die Lautsprecher vom Schiff weg Richtung Piraten eingestellt.

Offenbar mit Erfolg: "Das ist so effektiv, dass das Schiff selten die schweren Geschütze auffahren muss", so Owens. "Sobald die Piraten eine Dosis von Britney abbekommen, ziehen sie so schnell wie möglich weiter."

Mit Popmusik gegen Feinde - das sei keine neue Taktik, sagt Steven Jones, Sprecher des Sicherheitsverbands der Seewirtschaft, dem "Mirror". Auf die Idee kamen demnach die amerikanischen Kollegen bei Polizei und Militär. Kreuzfahrtschiffe und die Handelsmarine hätten die Strategie schließlich übernommen. Die Zeitung zitiert zudem eine private Sicherheitsfirma, die bestätigt: "Es hat sich herausgestellt, dass Popsongs laut abzuspielen eines der effektivsten Mittel bei der Abwehr von Feinden ist."

In die Kategorie "abschreckende kommerzielle Popmusik" fallen offensichtlich noch weitere Stars. Allerdings, sagte Jones humorig, sei das Abspielen von Justin Bieber nun wirklich unerträglich - und mit Sicherheit ein Verstoß gegen die Genfer Konvention.

gam



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 42 Beiträge
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Seite 1
bruderrainerle 29.10.2013
1. optional
Einfach einen privaten Formatradiosender laufen lassen, das hülfe auch. Mich haben sie mit der ewig fröhlichen Mischung schon lange aus der Hörerschaft vertrieben.
Kokeldil 29.10.2013
2.
Also jetzt mal im Ernst: Die wollen Kasse machen, lassen sich dann aber von ein wenig Gedudel vertreiben? Irgendwie kann ich mir das so ganz nicht vorstellen ...
dddeee 29.10.2013
3.
Wer hätte das gedacht - Britney sorgt für ein kleines bisschen Frieden.
kommentar4711 29.10.2013
4.
Zitat von bruderrainerleEinfach einen privaten Formatradiosender laufen lassen, das hülfe auch. Mich haben sie mit der ewig fröhlichen Mischung schon lange aus der Hörerschaft vertrieben.
Da braucht es keinen Privatsender zu. SWR3 ist inzwischen jegliches Niveau abhanden gekommen. Spätestens wenn Johann Lafer auf der nächsten Dance-Night den "Elch und Weg" vom Grillrost nimmt wird es mal wieder unerträglich :-X
relies 29.10.2013
5.
Alternativ empfehle ich, "Helene Fischer" zu spielen, aber da kommen dann vielleicht schon wieder Klagen wegen Kriegsverbrechen...
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