Ende einer Schlammschlacht Burt Reynolds hat ausgezahlt

Eine der längsten und hässlichsten Scheidungsschlachten Hollywoods hat ein Ende gefunden - nach 22 Jahren. Alles, was US-Schauspieler Burt Reynolds jetzt noch verdient, darf er selbst behalten.

Corbis

Von 1988 bis 1993 war Burt Reynolds - einst Bärenfell-Nackter in der "Cosmopolitan" und Sex-Symbol der Siebzigerjahre - mit Loni Anderson verheiratet. Am Anfang lief wohl alles gut, Reynolds beschenkte seine Frau mit Diamanten, Kunstwerken und Pelzen. Ihr liebstes Erinnerungsstück an diese Zeit sei das Hochzeitskleid, weil es "all die Romantik und Tradition hat, und es war so ein besonderer Tag", schwärmte Anderson noch im vergangenen Jahr.

Alles andere als romantisch war dem Vernehmen nach aber die Zeit vor der Scheidung. Anderson warf ihrem Mann vor, sie geschlagen und betrogen zu haben. Einmal habe er ihr eine Waffe in die Hand gedrückt und gesagt, sie solle sich erschießen, "um uns allen einen Gefallen zu tun". "Die physische Gewalt habe ich immer auf die Drogen geschoben", sagte Anderson. Demnach soll Reynolds zu dieser Zeit verschiedene Schmerzmittel und Antidepressiva genommen haben. Reynolds seinerseits beklagte ebenfalls Untreue von Seiten seiner Frau.

Die Scheidung verlief alles andere als glatt - und ihre Abwicklung dauerte fast ein Viertel Jahrhundert. Jetzt hat Anderson laut TMZ vor Gericht bestätigt, dass ihr säumiger Ehemann auch seinen letzten Verpflichtungen aus der Scheidungsvereinbarung nachgekommen ist.

Millionenschwere Fehlinvestitionen

Reynolds sollte laut Vereinbarung 234.000 US-Dollar an seine Ex-Frau zahlen. 1996 aber musste er Konkurs anmelden und blieb die ausstehenden Zahlungen schuldig. Im August 2011 meldete der einst ausgezeichnet verdienende Schauspieler ("Ein ausgekochtes Schlitzohr") erneut Bankrott an, weil er die Hypotheken für sein Haus in Florida nicht bezahlen konnte. Seine Villa in Hobe Sound (mit Hubschrauberlandeplatz, Jacht-Anlegesteg, Kinosaal und sieben Badezimmern) kam unter den Hammer.

Grund für die Pleiten waren mehrere millionenschwere Fehlinvestitionen. Reynolds beteiligte sich an einem Football-Team, den Tampa Bay Bandits, das nach drei Spielzeiten abgewickelt wurde. Sein Nachtklub "Burt's Place" in Atlanta musste schon nach einem Jahr geschlossen werden, auch die anschließenden Restaurant-Projekte scheiterten.

Er verkaufte Hunderte persönliche Gegenstände - unter anderem seinen legendären Firebird aus dem Actionklassiker "Ein ausgekochtes Schlitzohr" und den Golden Globe, den er 1998 für seine Nebenrolle in "Boogie Nights" erhalten hatte.

Im Juli vergangenen Jahres hatte Anderson vor einem Gericht im US-Bundesstaat Florida die Zahlung des Restbetrags in Höhe von 154.520 US-Dollar geltend gemacht - und gewonnen. Jetzt ist die Summe beglichen worden.

ala



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