Burt Reynolds über Charlie Sheens HIV-Beichte "Er hat gekriegt, was er verdient"

Schauspiel-Veteran Burt Reynolds hat gegen Charlie Sheen gekeilt: Dessen HIV-Beichte flöße ihm kein Mitleid ein - im Gegenteil: "Wenn du dich schlecht benimmst, bist du irgendwann fällig."

Corbis

Der 79-jährige Schauspieler Burt Reynolds stand selbst lange Zeit im Zentrum von Gerüchten, HIV-positiv zu sein. In den Achtzigerjahren wurde kolportiert, er sterbe an Aids, nachdem er auffällig an Gewicht verloren hatte. Laut Reynolds lag das an seiner Abhängigkeit von Schmerzmitteln, die er nach einer Operation am Kiefer entwickelt hatte.

Jetzt hat ihn Moderatorin Ruth Langsford in der britischen Talk-Show "Loose Women" zum HIV-Outing von Charlie Sheen befragt. Ganz in Schwarz, die blutrote Krawatte Ton in Ton mit der Farbe seiner Brillengläser, war der ehemalige Frauenschwarm ins Studio gekommen. Dort zeigte er sich wenig begeistert über Sheens öffentliche Krankheitsbeichte: "Er ist schlecht damit umgegangen, denke ich."

Sheens Vater Martin, der als Schauspieler mit Filmen wie "Apocalypse Now" berühmt wurde, sei ein "sehr, sehr anständiger Mann und ein lieber Freund von mir", betonte Reynolds. "Es tut mir Leid um ihn, aber nicht um Charlie. Der hat gekriegt, was er verdient."

"Dann bist du irgendwann fällig"

Ob er überhaupt kein Mitleid mit dem "Two and a Half Men"-Darsteller- habe, wollte die Moderatorin wissen: "Nein, er hat sich schlecht benommen. Sehr schlecht. Aber wissen Sie, in dem Alter ist das schwer. Die Dinge kommen auf dich zu und es ist schwer."

"Wenn du dich so schlecht benimmst, dann bist du irgendwann fällig", davon ist Reynolds überzeugt. Charlie Sheen hatte über Jahre mit Drogenexzessen, wilden Partys und bizarren Auftritten für Schlagzeilen gesorgt.

Auch Reynolds war seinerzeit kein Kind von Traurigkeit: 1972 posierte er nackt auf einem Bärenfell für die Zeitschrift "Cosmopolitan" und wurde zum begehrten Sex-Symbol mit einer Heerschar weiblicher Fans weltweit. Seine größten Erfolge feierte er Mitte der Siebzigerjahre mit Actionkomödien wie "Ein ausgekochtes Schlitzohr" und "Auf dem Highway ist die Hölle los". Damals war er einer der bestbezahlten Schauspieler mit Millionengagen, Jahre später musste er Konkurs anmelden.

Im Gegensatz zu Reynolds hatten Prominente wie Lady Gaga oder der ebenfalls HIV-positive Ex-Basketballstar Magic Johnson Sheen nach Bekanntwerden seiner Krankheit alles Gute gewünscht. "Mein Herz schmerzt. Ich bete für Charlie und seine Familie", schrieb Schauspielerin Heather Locklear auf Instagram.

ala



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