Trump und Transgender "Das ist ein Desaster"

US-Präsident Donald Trump hat mit einem Erlass die Rechte von Transgender-Menschen eingeschränkt. Nun bekommt er dafür von Prominenten Gegenwind - auch von unerwarteter Seite.

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Eine Frau auf der Frauentoilette, die früher mal im Körper eines Mannes steckte? Für viele Konservative in den USA eine Horrorvorstellung. Dementsprechend glücklich dürften Trump-Fans gewesen sein, als der US-Präsident diese Woche eine Order seines Vorgängers rückgängig gemacht hatte: Freizügigkeit für Transgender an Schulen und Unis soll Geschichte sein.

Nun reagierten Prominente auf die Anordnung Trumps. Caitlyn Jenner, die bis 2015 als Sportler Bruce William Jenner bekannt war, richtete sich in einer Videobotschaft an den Präsidenten. Auf Twitter veröffentlichte die 67-Jährige den Clip, in dem sie sagte: "Von einem Republikaner zum anderen, das ist ein Desaster."

Trumps präsidialer Erlass nimmt eine Regelung der Regierung Barack Obamas von 2016 zurück, die Transgendern freistellte, welche Toiletten und Umkleideräume sie in staatlichen Schulen und Universitäten benutzen.

Besonders kritisch ging Jenner auf Trumps neuen Justizminister Jeff Sessions ein. "Offensichtlich reicht selbst die Ernennung zum Attorney General nicht aus, um manche Leute von ihrer Unsicherheit zu heilen", sagte Jenner. Auch an Trump selbst hatte der ehemalige Sportstar eine Botschaft: "Sie haben versprochen, die LGBTQ-Gemeinschaft zu schützen. Rufen Sie mich an."

Kritik kam auch von überraschender Seite. Bei der Amtseinführung Trumps hatte Teenie-Star Jackie Evancho für den US-Präsidenten die Nationalhymne gesungen.

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Kritik an Trump: "Es geht um Menschenrechte"

"Ich bin natürlich enttäuscht von der Entscheidung des Präsidenten, das Transgender-Toilettenproblem zur Entscheidung an die Staaten zu geben. #sisterlove", schrieb Evancho, deren Schwester selbst Transgender ist.

Trump habe ihr die Ehre erwiesen, bei seiner Inauguration zu singen, schrieb sie weiter und bat um ein Treffen mit dem Präsidenten. Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, sagte, auf die Frage angesprochen, Trump sei bereit, sich mit Evancho zu treffen.

Auch Moderatorin Ellen DeGeneres hielt sich mit ihrer Meinung zu Trumps Transgender-Politik nicht zurück.

Es gehe nicht um Politik, sondern um Menschenrechte, schrieb DeGeneres auf Twitter. Trumps Erlass sei nicht in Ordnung. Dann richtete sie sich an die Betroffenen der Order: "An alle, die sich fürchten oder hoffnungslos fühlen, wisst, dass wir niemals aufhören werden, für eure Rechte zu kämpfen."

cnn/AP/Reuters



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