Filmfestival in Cannes Der rote Teppich als selfiefreie Zone

Kristen Stewart, Julianne Moore, Cate Blanchett - und dazwischen Anke Engelke: Die Promis machen sich auf den Weg zu den Filmfestspielen in Cannes. Sie werden sich an ein paar neue Regeln gewöhnen müssen.

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Sie lachen, winken in die Kamera: Bis zum 19. Mai ist Cannes Zentrum des Filmgeschäfts und wie schon in den vergangenen Jahren ist die Promidichte in der Stadt entsprechend hoch. In diesem Jahr sind unter anderem bereits Kristen Stewart, Julianne Moore und Cate Blanchett angereist - auch Anke Engelke zeigte sich bereits den Fotografen.

Dennoch ist nicht alles wie sonst. Es sind die ersten Filmfestspiele von Cannes, nachdem aus den Vorwürfen gegen Filmproduzent Harvey Weinstein die #MeToo-Bewegung entstand. Gemeinsam mit der französischen Regierung will das Festival eine Telefonnummer einrichten, unter der Frauen sexuelle Übergriffe melden können.

Etwa hundert Frauen, unter ihnen viele Schauspielerinnen, werfen Weinstein vor, sie sexuell bedrängt oder gar vergewaltigt zu haben - darunter auch Lea Seydoux, die in Cannes zur Jury gehört. Mehrere der Übergriffe Weinsteins sollen sich in Cannes ereignet haben. Weinstein sagt, alle sexuellen Kontakte seien einvernehmlich gewesen.

"Man kommt nicht nach Cannes, um gesehen zu werden"

"Mit dem Weinstein-Skandal haben sich nicht nur die Filmfestspiele von Cannes verändert, sondern die ganze Welt ", sagte Festivalchef Thierry Frémaux laut dem Magazin "Variety". Von den Enthüllungen sei man überrascht worden, habe aber sofort Position bezogen und Solidarität mit den Opfern zum Ausdruck gebracht.

Zudem wollen die Festivalmacher etwas beenden, das sie als Unsitte empfinden: Selfies auf dem roten Teppich. Wer sich nicht daran halte, riskiere den Ausschluss von Filmvorführungen, berichtet unter anderem die BBC. Festivalchef Frémaux rechtfertigte das Verbot laut "Variety" damit, dass Selfies die Abläufe auf dem roten Teppich verlangsamen würden. "Leute fallen die Treppe hinunter, weil sie auf ihre Handys schauen."

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Dass diesem Thema so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, bezeichnete Frémaux dem Bericht zufolge als "grotesk". "Man kommt nicht nach Cannes, um gesehen zu werden, sondern um zu sehen" - und zwar Menschen und Filme.

Am Abend startet die 71. Auflage des Filmfestivals. Bei der Eröffnung stellt der iranische Regisseur Ashgar Farhadi seinen Psychothriller "Everybody Knows" mit dem spanischen Hollywood-Paar Penélope Cruz und Javier Bardem in den Hauptrollen vor. Insgesamt konkurrieren 21 Regisseure mit ihren Filmen um die Goldene Palme. Die Auszeichnung für den besten Film wird am letzten Tag des Festivals verliehen.

apr/ulz/dpa



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