Carla Bruni-Sarkozy: Wahlkampf, eine haarige Angelegenheit

Nur schnell eine Perücke aufsetzen und dann ab in die Metro: Carla Bruni-Sarkozy unternimmt nach eigener Aussage gern mal inkognito einen Ausflug in Paris. Wenn das im Wahlkampf ihres Gatten Volksnähe demonstrieren soll, sieht es düster aus für Nicolas Sarkozy.

Carla Bruni-Sarkozy: Mit Perücke in die Metro Fotos
REUTERS

Paris - Was kann sie denn dafür, dass ihr Mann als abgehoben gilt, als Präsident der Reichen? Carla Bruni-Sarkozy wird nicht müde zu betonen, dass ihr Gatte, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, in Wahrheit ganz anders ist.

Im Präsidentschaftswahlkampf versucht Bruni-Sarkozy, ihren Ehemann als netten Typen zu präsentieren - und sich als ganz normale Frau. Ihr neuester Versuch: Stellt euch vor, ihr fahrt in Paris U-Bahn und die Präsidentengattin steht direkt neben euch - ihr merkt es nur nicht. "Bekanntheit belastet mich nicht, und ich tarne mich ohnehin", sagte Bruni-Sarkozy der Wochenzeitung "Le Nouvel Observateur". "Mit einer Perücke erkennt mich niemand in der Metro."

Selbstverständlich hatte Bruni-Sarkozy auch ein Beispiel parat: Erst letztens sei sie mit Perücke unterwegs gewesen. Ihre Tarnung sei so gut gewesen, dass in einem Museum sogar ihre Handtasche durchsucht worden sei.

Der Versuch, sich und ihren Mann als Durchschnittspaar zu präsentieren, wirkt fast schon verzweifelt. Vor wenigen Wochen bekam Bruni-Sarkozy mit ihrer Aussage, das Präsidentenpaar lebe bescheiden, reichlich Häme. Nun stellte sie klar: "Ich sprach nicht von unserem Lebensstil. Ich weiß, dass ich ein Leben voller Privilegien habe." Der Hinweis auf Bescheidenheit habe sich auf das Wesen ihres Mannes bezogen, der immer als arrogant und angeberisch dargestellt werde.

Dass es schwierig werden könnte, sich überzeugend als biedere Präsidentengattin zu verkaufen, dürfte auch Bruni-Sarkozy klar sein. Auf die Frage, ob sie sich wie die Frau des früheren Präsidenten Georges Pompidou auf Arbeit für wohltätige Zwecke konzentrieren wolle, antwortet sie, gemeinnützige Arbeit sei nichts Verkehrtes. Aber ansonsten seien sie und Madame Pompidou doch recht unterschiedlich: "Neben ihr, mit meinen Erfahrungen mit den Medien, bin ich Lady Gaga."

Bruni-Sarkozy ist seit Februar 2008 mit Sarkozy verheiratet. Im vergangenen Oktober kam Tochter Giulia zur Welt. Beide Partner haben Kinder aus früheren Beziehungen.

ulz

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