"Wir begrüßen diese Entscheidung" Casey Affleck sagt Oscar-Auftritt ab

2017 gewann Casey Affleck einen Oscar als bester Hauptdarsteller, in diesem Jahr hätte er eine der Trophäen überreichen sollen. Den Termin sagte er nun allerdings ab. Zwei Frauen hatten ihm sexuelle Belästigung vorgeworfen.

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Oscar-Preisträger Casey Affleck will der Oscar-Gala in diesem Jahr fernbleiben. Der Schauspieler werde nicht auf der Bühne stehen und Trophäen aushändigen, bestätigte die Oscar-Akademie. "Wir begrüßen diese Entscheidung, um so den Fokus ganz auf die Show und auf die großartige Arbeit in diesem Jahr zu richten", hieß es in der Mitteilung. Eine Sprecherin Afflecks, Mara Buxbaum, bestätigte die Absage ebenfalls.

Zwei frühere Arbeitskolleginnen hatten dem 42-Jährigen sexuelle Belästigung vorgeworfen. Während der Dreharbeiten zu dem Film "I'm Still Here" (2010) hatten eine Produzentin und eine Kamerafrau in einer Zivilklage Vorwürfe gegen Affleck erhoben und Schadensersatz verlangt. Die Klage wurde damals außergerichtlich beigelegt. Einzelheiten über eine mögliche Entschädigung wurden nicht bekannt (mehr zu den Vorwürfen gegen Affleck lesen Sie hier, eine Übersicht über die #MeToo-Debatte finden Sie hier).

Affleck - der jüngeren Bruder von Hollywood-Star Ben Affleck - hatte im vorigen Jahr den Oscar als bester Hauptdarsteller für das Drama "Manchester by the Sea" gewonnen. Traditionell kehrt der Preisträger im folgenden Jahr auf die Bühne zurück, um die Trophäe für die beste Schauspielerin zu übergeben. Die Oscars werden am 4. März in Los Angeles verliehen. Eine Übersicht aller Nominierten finden Sie hier.

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Oscar-Nominierungen: Top-Favorit: "The Shape of Water"

aar/dpa



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sven2016 26.01.2018
1.
Schweigegeld scheint in USA die übliche erfolgreiche Verteidigung zu sein - wenn man wohlhabend ist. Schlechte Regelung. Gut, dass Dinge trotzdem rauskommen.
gbpa005 26.01.2018
2. @Schweigegeld
Zitat von sven2016Schweigegeld scheint in USA die übliche erfolgreiche Verteidigung zu sein - wenn man wohlhabend ist. Schlechte Regelung. Gut, dass Dinge trotzdem rauskommen.
Ja, das ist fatal. Wenn die beschuldigte Person etwas verbrochen hat, dann muss sie auch von einem Gericht verurteilt werden. Es kann nicht sein, dass sich jemand frei kauft. Wenn die Tat nicht nachgewiesen werden kann, dann muss es ebenfalls vor Gericht, um einen Freispruch zu erreichen, auch wenn so etwas immer schwierig ist und auch bei einem Freispurch etwas haften bleibt. Zudem sind die Schweigeauflagen in den außergerichtlichen Einigungen fatal. Es zerstört die Opfer: https://www.youtube.com/watch?v=q91eZF9_ggI (Harvey Weinstein: Ex-assistant Speaks Out on ‘How Hollywood kept Harvey's secret’). Diese Rechtspraxis ist bestürzend. Ich bin froh, dass das in dieser Form in D nicht möglich ist.
mr_bond 26.01.2018
3. Farce bis Scheinheiligkeit
Das Ganze wirkt ein wenig wie eine Farce. Man hätte C. Affleck erst gar nicht auszeichnen dürfen. Das dies dennoch passiert ist, zeigt von einer unglaublichen Scheinheiligkeit der Filmindustrie. Auch dass man Woody Allen noch immer hofiert, hat einen sehr schaalen Nachgeschmack.. Es kann nicht nur ein paar Bauernopfer à la Spacy etc. geben. Leider zeigt sich, dass hier nur halbherzig aufgearbeitet wird. Ein Hohn für alle Opfer.
argumentumabsurdum 26.01.2018
4. Viel Scheinheiligkeit in der Debatte
Kurz zu mr_bond: Ich denke mal, das die Causa Woody Allen einen schwierigen Sonderfall darstellt, der von außen kaum vernünftig zu bewerten sein wird. Generell kann ich mich nicht gegen den Nachgeschmack wehren, dass die ganze "#metoo"-Debatte enorm viel Scheinheiligkeit auf den Plan ruft. Es ist eine wichtige Entwicklung, die da mit einem Knall ziemlich plötzlich in der Öffentlichkeit Raum gegriffen hat. Aber so manches hinterlässt bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Die Geschichte mit den immer wieder (wohl gegen Schweigegeld) getroffenen außergerichtlichen Einigungen ist so eine Sache. Will ich, dass alles ans Licht kommt, damit es - zumindest durch diesen Menschen - nicht wieder passiert, oder will ich damit Kasse machen? Eine Filmproduzentin ist wohl kaum auf Schweigegeld angewiesen um über die Runden zu kommen. Etwas anderes ist, das z.Z. gerne das Wort von den weiblichen Granden wie Ophra Winfrey oder Meryl Streep ergriffen wird. Und die Welt hört zu, begeistert sich, versieht O.Winfrey gar mit Präsidentschaftseignung. - Das sind seit vielen Jahren absolute Schwergewichte in der Unterhaltungsbranche, die jetzt wohl kaum zum ersten Mal von den ganzen Übergriffen gehört haben dürften. Jetzt springen sie auf den Zug auf um noch ein wenig Publicity ab zu fischen und werden dafür gleich als integre Ikonen der Bewegung gefeiert. Ich teile da durchaus die kritische Auffassung z.B. des Sängers Seal, der für seine gerechtfertigte Kritik ganz derbe einstecken musste.
crazy_swayze 26.01.2018
5.
Zitat von sven2016Schweigegeld scheint in USA die übliche erfolgreiche Verteidigung zu sein - wenn man wohlhabend ist. Schlechte Regelung. Gut, dass Dinge trotzdem rauskommen.
Schweigegeld kann es aber auch andersherum sein. Wenn man unschuldig ist, und sich die schlechte Publicity ersparen will, zahlt man trotzdem. Kommt nämlich trotzdem billiger, als wenn man keine Aufträge mehr kriegt. Wie wir ja gelernt haben, reicht nämlich der bloße Vorwurf in der Öffentlichkeit, um eine Karriere zu zerstören (Kachelmann).
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