Charity-Auktion Verbotene Hepburn-Briefmarke bringt mehr als 400.000 Euro

Diese Briefmarke sollte es eigentlich gar nicht geben: Ein Postwertzeichen mit dem Konterfei Audrey Hepburns ist in Berlin für einen wohltätigen Zweck versteigert worden, der Erlös lag bei 430.000 Euro. Seltenheitswert erlangte das Kleinod durch einen Rechtsstreit.

AP

Berlin - Von einem juristischen Streit um deutsche Briefmarken mit dem Porträt der US-Schauspielerin Audrey Hepburn profitieren demnächst bedürftige Kinder in Afrika. Für 430.000 Euro sind am Samstagabend in Berlin zehn Exemplare versteigert worden. Der Erlös geht an die Unicef-Bildungskampagne "Schulen für Afrika" und die Audrey-Hepburn-Kinder-Stiftung.

Die Vorgeschichte der Briefmarke ist filmreif: Die Deutsche Post wollte 2001 die Marke in der Serie "Internationale Filmschauspieler" herausbringen. Erst nach dem Druck der 14 Millionen Exemplare wurde jedoch der Sohn Hepburns, Sean Ferrer, um Genehmigung gebeten.

Ferrer verweigerte sie mit der Begründung, das Originalfoto aus dem Film "Frühstück bei Tiffanys" sei verändert worden: Es war seitenverkehrt, und von Hepburns Lippen hing nicht ihre Sonnenbrille, sondern eine Zigarettenspitze.

Die Deutsche Post ordnete daraufhin an, die gedruckten Marken einzustampfen. Lediglich zwei Bögen blieben nach ihren Angaben erhalten: Einer ging an ihr eigenes Archiv und einer an das Deutsche Postmuseum. Mindestens fünf Exemplare blieben jedoch im Umlauf. Sie tauchten zwischen 2004 und 2009 auf und wurden für bis zu 173.000 Euro versteigert.

Wegen der hohen Erlöse nahm das Auktionshaus Schlegel Kontakt zu Hepburn-Sohn Ferrer auf und schlug vor, die Bundesregierung zu bitten, einen der archivierten Bögen zu wohltätigen Zwecken zu versteigern. Doch Ferrer hatte einen Gegenvorschlag: Er bot an, den Bogen versteigern zu lassen, den ihm die Post 2001 zugesandt hatte.

Hepburn war von 1988 bis kurz vor ihrem Tod 1993 Unicef-Botschafterin. Ein Teil des Auktionserlöses soll der Ausbildung von Kindern in Afrika südlich der Sahara zugute kommen. "Meine Mutter hat mir immer gesagt: 'Ich habe kein Parfum hergestellt oder Toilettenpapier verkauft. Ich habe etwas Gutes mit meinem Namen gemacht'", sagte Ferrer.

pad/dapd/dpa



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