US-Schauspieler bei NBC Charlie Sheen soll mit HIV-Erkrankung erpresst worden sein

Im US-Fernsehen hat Charlie Sheen seine Infektion mit dem HI-Virus öffentlich gemacht. Wegen der Krankheit sei er von einer Prostituierten erpresst worden, so der Schauspieler. Er habe an mehrere Menschen Geld bezahlt.

Getty Images/ GC Images

Seit Tagen spekulieren die Klatschblätter, nun hat Charlie Sheen es selbst offiziell gemacht. In der "Today"-Show des US-Fernsehsenders NBC sagte der Hollywood-Schauspieler: "Ich bin HIV-positiv." Im Gespräch mit Moderator Matt Lauer sagte Sheen weiter, er habe die Diagnose vor vier Jahren erhalten.

Sheen sagte auch, dass er erpresst worden sei. "Eine Prostituierte hat ein Foto von den Medikamenten gemacht und hinterher Geld gefordert." Er habe an mehrere Menschen gezahlt, "insgesamt müssen das Millionen gewesen sein". Gefragt, ob er noch immer zahle, sagte Sheen: "Von heute an nicht mehr." Er mache es öffentlich, "um mich selbst aus diesem Gefängnis zu entlassen".

Die Bekanntgabe kommt rund zwei Wochen, nachdem das Portal "Radar Online" titelte: "Aufgedeckt: Hollywood-Superstar kämpft verzweifelt gegen Aids". Der Artikel, der Sheen nicht namentlich nannte, zeigte ansonsten nicht viel Zurückhaltung. "Jahrzehnte des liederlichen Lebens haben ihn nun eingeholt", hieß es dort. Und: "Der Bad-Boy hat ein explosives Geheimnis zurückgehalten." Er habe verzweifelt versucht, sein Geheimnis vor der Welt zu verstecken, aus Angst, seine Fans würden sich von ihm abwenden.

Andere Medien griffen sowohl die Meldung als auch ihren Ton auf. Auch die britischen Blätter "The Sun", "Daily Mail" und "Daily Mirror" hielten Sheens Namen mit vermeintlichem Anstand zurück. Stattdessen sprachen sie von einem "Womanizer", "berüchtigten Playboy" und "Superstar mit prominenten Ex-Partnerinnen".

"Ich wachte schweißgebadet auf"

Statt auf der Infektion lag der Fokus der Berichte auf dem Lebenswandel des Stars. Der Schauspieler habe nur seine eigene Karriere im Kopf gehabt und sich nicht um die Gesundheit seiner Partnerinnen gesorgt. Der mediale Ton war einhellig: Der Hollywoodstar ist Täter, nicht Opfer.

Am Montag veröffentlichte dann der "National Enquirer" den Namen: Charlie Sheen. Das Klatschportal "TMZ" legte mit Berichten nach, ehemalige Sexpartner von Sheen hätten dem Star mit Klage gedroht. Wenige Stunden später verkündete NBC, Sheen werde in einem Interview eine persönliche Bekanntgabe machen.

Im Gespräch mit Matt Lauer sagte Sheen nun: "Es begann vor vier Jahren mit Kopfschmerzen und Migräneanfällen, ich wachte schweißgebadet auf. Ich dachte damals, es sei ein Gehirntumor." Die Diagnose HIV sei ein Wendepunkt für sein Leben gewesen.

"Nach den ganzen Tests und all dem Mist war dann klar, was es ist", sagte Sheen. Er habe zwar auch anschließend ungeschützten Sex gehabt. "Aber es ist unmöglich, dass ich es weitergegeben habe." Er habe jedem Sexpartner vorher erzählt, dass er infiziert sei.

Sheen ist nicht der erste Star, der seine HIV-Infektion publik macht. 1991 trat NBA-Star Magic Johnson mit der Diagnose an die Öffentlichkeit. Im September offenbarte Danny Pintauro in der Show von Oprah Winfrey, dass er seit zwölf Jahren mit dem Virus lebe. Pintauro ist bekannt als Jonathan aus der Sitcom "Wer ist hier der Boss?".

kes/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.