Siegerehrung bei Leichtathletik-EM Cherno Jobatey rappt sich ins Aus

Als Moderator sollte Cherno Jobatey bei der Medaillenverleihung der Leichtathletik-EM für gute Laune sorgen. Doch den Machern gefiel sein Programm nicht - er wurde entlassen.

Gina Lückenkemper (r.) mit Familie und Moderator Cherno Jobatey ( 2. v.l.)
imago/ Beautiful Sports

Gina Lückenkemper (r.) mit Familie und Moderator Cherno Jobatey ( 2. v.l.)


Am vergangenen Mittwoch forderte Cherno Jobatey vom Publikum einen "Ehrentanz" für Gina Lückenkemper. Die Sprinterin hatte zuvor bei der Leichtathletik-EM im 100-Meter-Lauf Silber gewonnen.

"Komm', meine Damen und Herren, ich möchte, dass ihr euch bewegt", rief Jobatey den Zuschauern auf dem Berliner Breitscheidplatz entgegen, wo die Siegerehrungen der Leichtathletik-EM stattfanden. Lückenkemper setzte selbst zum Tanz an, Jobatey sang "The Hip Hop, the Hiphipihop and you don't stop" ins Mikrofon.

Am nächsten Tag war der 57-Jährige diesen Job los.

Ursprünglich war geplant, dass Jobatey von Dienstag bis Samstag moderiert, doch nach dem Auftritt mit Lückenkemper am Mittwoch wurde er entlassen. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

"Das hat mit dem Tanz gar nichts zu tun", sagt Konstantin Krause. Der frühere Weitspringer war für das Programm bei der Siegerehrung verantwortlich. Jobatey moderierte Krause zufolge in der Stunde vor der Medaillenverleihung. Es sei eine Art Warm-up gewesen. Später sollte Jobatey die Athleten mit dem Publikum ins Gespräch bringen. Das Ganze sei nicht im Fernsehen übertragen worden.

Krause habe jedoch das Gefühl gehabt, Jobateys Part komme nicht an, funktioniere nicht. "Ich hatte das Gefühl, das bringt keinen Mehrwert", sagt er. Deswegen habe er Jobatey am Donnerstagmorgen gesagt, dass man ihn aus der Show nehmen müsse. Jobatey sei nicht glücklich gewesen. "Er hat das aber mannhaft genommen", sagt Krause.

Jobatey selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Seine Agentin bestätigt Krauses Darstellung. Es habe sich um ein freundliches Gespräch gehandelt. Ob Jobatey trotzdem die volle Gage bekam, sagte sie nicht. "Das ist derzeit noch Gegenstand von Verhandlungen."

jpz



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